Mannheim

Friedrichspark in Mannheim Frauen-Sport nach US-Vorbild / Bundesliga-Heimspiel der Rhein Neckar Delta Quads

Voller Körperkontakt auf Disco-Rollern

Archivartikel

Rollerderby im alten Eisstadion am Friedrichspark: wieder einmal war die Hölle los, denn es war das letzte Bundesliga-Heimspiel der Rhein Neckar Delta Quads, die gegen die Bashlorettes Kassel spielten. Doch bevor die Damen in Blau-Silber anrollten, gab es erst noch das Spiel der rocKArollers Karlsruhe gegen die Riot Rollers Darmstadt zu sehen. Alles in allem ein wahres Fest für alle Rollerderby-Fans.

Natürlich brachten die Mannschaften ihre eigenen Anhänger mit, so dass es lebhaft wurde im Publikum. Darmstadt, in der Derbyposition der zweiten Bundesliga auf Platz zwei, gewann schließlich gegen Karlsruhe mit 136:213. Der Aufstieg in die erste Bundesliga ist somit möglich, die Riot Rollers haben in dieser Saison noch drei Spiele – eines davon gegen die Delta Quads am 13. Oktober in Darmstadt. Beim Auftritt der der Delta Quads wurde es im Publikum ordentlich laut, dafür sorgten die Ultras.

Gänsehaut-Moment

„Wir überlegen uns für jedes Spiel eine Aktion, einmal warfen wir Wasserbälle ins Publikum. Eine der Spielrinnen, Val Kyria, wird die Delta Quads verlassen, dieses Mal haben wir uns etwas für sie ausgedacht“, sagte Sebastian Lorenz, Ultra der ersten Stunde, der kein Spiel verpasst. Und zu Ehren von Val Kyria rollte die Flight Crew zu Wagners Walküre ins Eisstadion, ein Gänsehaut-Moment. Danach ging es ordentlich zur Sache, wie immer. Es wurde gerollt, geschubst, geblockt was das Zeug hielt, nicht umsonst trägt Rollerderby das Attribut „Vollkontakt-Sportart“.

Ein dramatischer Sturz, und das Publikum denkt „Autsch, das tat weh“, doch die Spielerin steht auf und rollt einfach weiter. Dazwischen die schwarz-weiß-gestreiften Schiedsrichter, die ebenfalls mit vollem Körpereinsatz das Spiel regeln. Die Delta Quads, in der Tabelle auf Platz drei, gingen gegen die Bashlorettes Kassel, die in der Tabelle auf dem letzten Platz sind, recht schnell in Führung, zur Halbzeit stand es 31:155 für Mannheim.

Ob die Delta Quads langfristig das alte Eisstadion für ihre Heimspiele nutzen können, ist nicht gewiss, der Vertrag des Inline-Sport- Clubs (ISC), zu dem die Delta Quads gehören, läuft noch bis 2021. „Ich schaue mir Rollerderby-Spiele in ganz Deutschland an. Die meisten Teams spielen in Sporthallen von Turnvereinen oder ähnlichem. So etwas wie das alte Eisstadion gibt es nicht nochmal, das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, sagte Ben, ebenfalls Ultra der ersten Stunde.

Erfolgreich und rasant

Eine Kommerzialisierung der Sportart lehnen die Fans ab: „Das Schöne am Rollerderby: Es ist eine Underdog-Sportart. Das soll so bleiben!“ Auch in der zweiten Halbzeit ging es erfolgreich und rasant weiter für die Delta Quads, sie gewannen am Ende mit 231:87.

Einige Spielerinnen hatten Tränen in den Augen, da Val Kyria die Mannschaft verlässt. „Ich ziehe nach Regensburg. Wieso? Was sich im Leben so ergibt! Job, Liebe!“, sagte Val Kyria dazu. Eine Rollerderby-Regel besagt: Mit dem Schlusspfiff ist es vorbei mit dem Rumpeln und Schubsen, alle haben sich wieder lieb und gehen feiern. „Derbylove“ nennt sich das.

Die Delta Quads haben noch zwei Spiele in der Saison zu absolvieren. Ein Aufstieg Mannheims in die erste Bundesliga ist noch möglich.

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