Mannheim

Medizin Seit 15 Jahren bieten Gesundheitstreffpunkt und Klinikum die Selbsthilfesprechstunde / Betroffene geben Erfahrungen weiter

Von der Angststörung bis zum Tinnitus

Das Universitätsklinikum (UMM) hat in Kooperation mit verschiedenen Selbsthilfegruppen und dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim vor 15 Jahren die Selbsthilfe- und Patientensprechstunde ins Leben gerufen. Mittlerweile sei die Sprechstunde zu einer festen Institution im UMM geworden, wie der Gesundheitstreffpunkt mitteilt.

Koordiniert durch den Gesundheitstreffpunkt bieten demnach Aktive aus verschiedenen Selbsthilfegruppen jeden Montag zwischen 15-und 17 Uhr im Wechsel die Sprechstunde an – jeweils zu unterschiedlichen Themen von Angststörung bis Tinnitus. Dort stehen dann ein Mitglied aus einer Selbsthilfegruppe sowie eine Beraterin des Gesundheitstreffpunkts zum Austausch bereit. „Beteiligt an der Beratung sind ehrenamtlich Aktive mit vielfältigen Erfahrungen in den Bereichen chronische Erkrankungen, seelische Gesundheit, Sucht, psychosoziale Schwierigkeiten und Behinderung“, heißt es in der Mitteilung. Das Beratungsangebot richte sich nicht nur an Patienten, Angehörige und Klinikumsbesucher, sondern an alle Ratsuchenden aus der näheren Umgebung.

Menschen, die unter einem Problem oder einer Erkrankung litten, würden mit der Zeit zu „Experten in eigener Sache“, da sie auf dem Weg zur Krankheitsverarbeitung und der oft notwendigen Lebensumstellung viele Anstrengungen unternehmen müssten, heißt es weiter. Nach und nach entwickelten sie eigene Bewältigungsstrategien, die ihnen den Umgang mit Schwierigkeiten im Alltag erleichterten. Alle an der Sprechstunde beteiligten Gruppen verfügen laut Gesundheitstreffpunkt über solche Expertise und möchten ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen.

Prof. Dr. Patrick Schloss von der Selbsthilfegruppe Ilco, der selbst an Darmkrebs erkrankt war, nennt in der Mitteilung ein Beispiel aus einer Sprechstunde: „Mich rief kürzlich ein Patient an, der kurz vor einer Operation mit künstlichem Darmausgang stand und unsicher war, ob ein normales Leben mit einem Stoma möglich wäre. Ich führte mit ihm ein ausführliches telefonisches und später auch persönliches Gespräch, bei dem ich ihm viele Ängste nehmen konnte.“ Auch die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar engagiert sich in der Selbsthilfesprechstunde. „Für die Betroffenen ist es bedeutsam, wenn aus eigenem Erleben und aus der Erfahrung der Selbsthilfegruppe speziell über die Nebenwirkungen der einzelnen Therapien berichtet wird“, so Reinhard Strozyk. red/imo