Mannheim

Verband Zusammenschluss feiert sein 20-jähriges Bestehen / „Ökologische Politikberatung“ auf ehrenamtlicher Basis

Vordenker in Sachen Umweltschutz

Archivartikel

Andreas Schöber ist Kummer gewohnt: „Wir verstehen uns als Motor für den Umwelt-, Klima- und Naturschutz in Mannheim“ – so beschreibt das Vorstandsmitglied die Aufgabe des Umweltforums. Ein grüneres, nachhaltigeres Mannheim voranzutreiben, als „ökologische Politikberater“ Ansprechpartner für Stadt- und Bezirksbeiräte, Behörden und Bürgermeister zu sein, das kann harte Arbeit sein.

Grundlagen und Fachinfos

Eine Arbeit, die Schöber mit seinen Vorstandskollegen Thorsten Schurse und Roland Weiß sowie der Forums-Geschäftsführerin Elke Dünnhoff betreibt. Verkehrswende, Energiewende, Natur- und Artenschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung – vier Themenbereiche, die sich das Forum ausdrücklich auf die Fahnen schreibt und dazu Grundlagen- und Fachinformationen zur Verfügung stellt.

Im „Fahrplan Verkehrswende“ beispielsweise legen die Ehrenamtlichen dar, wie ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer mit konkreten Maßnahmen erreichbar ist: „Dazu gehört ein gut ausgebautes Bahn, Bus- und Carsharing-Angebot und eine flächendeckende Infrastruktur für den radverkehr“, heißt es in einem Positionspapier des Forums. Das Beispiel zeigt vieles, was in den Verbänden bereits vor Jahren vorgedacht und -formuliert wurde, hat inzwischen Eingang in die praktische Politik und das Verwaltungshandeln gefunden. Es komme durchaus vor, so Schöber, dass dann vergessen werde, auf Vorschläge oder Anregungen des Umweltforums Bezug zu nehmen.

Dabei finanziert die Stadt die Unterstützung, die sie bei Planung und Konzeption der verschiedensten Projekten aus dern Umweltorganisationen erhält, mit jährlich immerhin 50 000 Euro. Geld, das in Büro und Tagungsraum an der Käfertaler Straße sowie die Halbtagesstelle der Geschäftsführung fließt.

Dass der Gemeinderat diesen Betrag noch nie erhöht habe, sorge manchmal durchaus für Frust bei den Aktiven, so Schöber. Enttäuschender sei es allerdings, wenn die ökologische Expertise aus der Käfertaler Straße im Rathaus „nicht so stark nachgefragt“ werde. Und manchmal gibt es sogar richtig Zoff: Wenn Umweltverbände Vorhaben der Stadtverwaltung rundheraus ablehnen oder doch unmissverständlich Kritik üben – so geschehen etwa im Vorfeld es Baus von Block 9 im Großkraftwerk oder bei den Planungen zur Bundesgartenschau 2023.

Der Verband der Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsvereine in der Stadt feiert in dieser Woche offiziell sein 20-jähriges Bestehen. 1998 wurde das Forum gegründet, zehn Jahre später als „ordentlicher“ Verein eingetragen. Die Zusammenarbeit der Umwelt-Organisationen geht auf das von Jürgen Hermann seit den 1990er Jahren großzügig geförderte Umweltzentrum des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in der Käfertaler Straße zurück.