Mannheim

Polizei Waldhof-Anhängerin will Anzeige erstatten

Vorwürfe gegen Beamte nach Einsatz

Archivartikel

Nach der Auseinandersetzung der Polizei mit Anhängern des SV Waldhof am Samstagabend vor dem Fermac’s Irish Pub in U 5 will eine 27-Jährige nun Anzeige gegen einen Beamten wegen Körperverletzung im Amt erstatten. Während die Polizei von Randalieren, Angriffen auf Beamte mit Pfefferspray und Landfriedensbruch berichtet, sprechen Augenzeugen von einem unverhältnismäßigen Einsatz. „Ein Polizist hat mir ohne Vorwarnung aus nächster Nähe Pfefferspray ins rechte Auge gesprüht“, sagte Shane Bessler am Montag. Sie hatte am Samstagabend mit weiteren Waldhof-Anhängern den Aufstieg des Vereins in dem Pub gefeiert.

Die Waldhof-Anhängerin sagte, dass sie zuvor mit anderen Fans friedlich Karaoke im Pub gesungen habe. Die Situation sei erst eskaliert, als Anhänger auf der Straße vor dem Pub ein bengalisches Feuer angezündeten, woraufhin drei Streifen eintrafen. Sie selbst, so Bessler, habe vor dem Eingang des Pubs geraucht und die Szene beobachtet. Laut Mitteilung der Polizei sollen die Männer die Aufforderung der Beamten, sich vom Feuer zu entfernen, mit verbalen Provokationen beantwortet haben. Ein unbekannter Mann habe die Gruppe angespornt und sollte deshalb von den anderen getrennt werden. Bei dem Versuch, den Aufwiegler zu erreichen, sollen Gläser und Flaschen auf die Polizisten geflogen sein. Auch Pfefferspray wurde aus der Menge gegen die Beamten eingesetzt, heißt es in der Polizeimitteilung. Um die Angriffe abzuwehren, setzten die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Hunde losgelassen?

Dem widerspricht Bessler: Sie berichtet von einem aggressiven Beamten, der schon beim Aussteigen die Menge vor dem Pub beleidigt und ohne Vorwarnung zum Pfefferspray gegriffen haben soll. „Niemand von uns hatte Pfefferspray dabei, ich hatte mich bis dahin überhaupt nicht bedroht gefühlt“, erinnert sich Bessler, die noch vor Ort von Sanitätern behandelt wurde.

Weder Dienstnummer noch Name hätten ihr die Polizisten trotz Nachfrage nennen wollen. Mit ihr sei noch ein weiterer Mann verletzt worden. Auch ein Polizeihund soll auf zwei davonlaufende Männer losgelassen worden sein. „Wir setzen Hunde ohne Maulkorb zum Schutz unsere Beamten ein“, erklärt Polizeisprecher Christoph Kunkel. Zudem seien Beamten verpflichtet, auf Nachfrage Name oder Dienstnummer zu nennen. Die Polizei prüft nun den Fall.

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