Mannheim

Bilanz Polizei spricht von mehreren Zwischenfällen rund um die Partie der 3. Liga gegen den TSV 1860 / Verstöße gegen Versammlungs- und Betäubungsmittelgesetz

Waldhof-Anhänger berauben Münchner Fans

Vor dem 4:0-Heimsieg des SV Waldhof gegen 1860 München am Montagabend hat eine Gruppe Fans einige Fußball-Gäste aus München in den Quadraten abgepasst und deren Fanutensilien gestohlen. Das teilte die Polizei in der Nacht zu Dienstag mit. Außerdem verhinderten die Beamten eine Auseinandersetzung gegnerischer Fangruppen. Vor, während und nach dem Spiel wurde Pyrotechnik abgebrannt. Die Partie der 3. Liga im Carl-Benz-Stadion begleiteten mehrere hundert Polizisten.

Laut Polizei traf eine Gruppe von Anhängern des TSV 1860 München gegen 15 Uhr im Quadrat M 7 auf rund 15 Anhänger des SV Waldhof. Dabei sollen die Mannheimer unter Androhung von Gewalt die Fanartikel der Münchner Gruppe gefordert haben. Die fünf Personen aus Bayern im Alter von 15 bis 19 Jahren gaben schließlich sieben Fanartikel heraus, die rund 15-köpfige Gruppe flüchtete anschließend in Richtung Hauptbahnhof.

45 Personen provozieren

Ein Aufeinandertreffen und eine mögliche gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Anhängern beider Vereine konnte die Polizei direkt am Stadion abwenden, heißt es in der Mitteilung. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Ermittler verließen demnach 1860-Fans einen Bus und suchten gegen 17.50 Uhr in Höhe der Riedbahnbrücke/Theodor-Heuss-Anlage die Auseinandersetzung mit SVW-Sympathisanten. Die offensichtlich rund 45 streitsuchenden Anhänger aus München seien kontrolliert worden. Dabei wurden die Personalien aufgenommen und mitgeführte „Passivbewaffnung“ – also Vermummungsmaterial und Handschuhe – sichergestellt. Außerdem beschlagnahmten die Beamten kleine Mengen an Betäubungsmitteln. Insgesamt ergaben sich nach Polizeiangaben 13 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Ebenfalls im Bereich der Theodor-Heuss-Anlage in Höhe des Gartenschauwegs warf ein Mann gegen 18.20 Uhr eine Flasche auf einen Bus der Gäste. Der alkoholisierte Mann wurde vorläufig festgenommen und für die Dauer des Spiels in Gewahrsam genommen. Der Bus wurde nicht beschädigt. Im selben Bereich, in dem die Busse aus München hielten, wurden vor und nach dem Spiel Rauchkörper gezündet.

Während der zweiten Halbzeit des Spiels wurden im Stehplatzbereich des Gästefanblocks Pyrotechnik abgebrannt und Feuerwerksraketen gezündet – die Polizei spricht von 20 bis 25 pyrotechnischen Materialien, darunter auch sogenannte bengalische Fackeln. Die Vorgänge seien mit der neuen Überwachungstechnik im Stadion festgehalten worden – jetzt soll das Videomaterial ausgewertet werden. Nach Angaben des Veranstalters besuchten das Spiel insgesamt rund 14 200 Zuschauer, davon 1800 Fans aus München. 

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