Mannheim

Serie Ab Juni sollen die kleinen roten Flitzer nur noch auf dem Franklin-Gelände angeboten werden

Was machen … die MVV-Elektro-Roller?

Archivartikel

Mannheim.Im vergangenen Jahr wurden sie groß vorgestellt: Die Elektro-Roller der MVV Energie. Stolz präsentierten Projektmitarbeiterin Sladjana Ripke und Vertriebsvorstand Ralf Klöpfer die kleinen roten Flitzer, die so perfekt zum Mannheimer Stadtleben passen sollten. Wer wollte, konnte sich die Roller wie ein Leihfahrrad mieten: Per Anwendung auf dem Handy den nächsten freien Roller finden, freischalten und losfahren. Das ganze rein elektrisch, mit vier PS bei 90 Kilogramm auch ordentlich motorisiert, das Tempo reichte gerade aus, um im Stadtverkehr flüssig mit zuschwimmen. Einzige Voraussetzung war, dass man einen Führerschein besaß, mit dem man den Roller fahren durfte.

20 Fahrzeuge wurden im Juni 2017 in der Innenstadt verteilt, bis sie im November für die kalte Jahreszeit wieder eingesammelt wurden. Seitdem sind die E-Roller aus dem Stadtbild verschwunden, dabei ist der Winter längst vorbei. Von der MVV heißt es dazu, dass die ersten Monate der E-Roller im Straßenbetrieb eine Pilotphase waren, mit der man testen wollte, ob das Konzept überhaupt angenommen wird. Und laut Bernhard Schumacher, Leiter der Vertriebs Regional bei der MVV, war das Projekt ein voller Erfolg: „Das Pilotprojekt E-Roller hat uns gezeigt, dass es ein großes Interesse an dieser Form von Mobilität für die Stadt gibt.“ Rund 1000 Mannheimer hätten sich für die Nutzung der Roller angemeldet und wären 20 000 Kilometer gefahren, in etwa eine Leistung, mit der man im Vorhinein gerechnet habe. „Wir haben uns deswegen dazu entschlossen, E-Roller als flexible und umweltschonende Verkehrsmittel auch in Zukunft anzubieten“, so Schumacher weiter.

Mobilität der Zukunft

Allerdings werde man das Konzept ändern. Statt wie bisher für die ganze Stadt sollen die Roller in Zukunft nur noch auf der Konversionsfläche Franklin angeboten und in das dortige Mobilitätskonzept eingebunden werden, zusammen mit Fahrrad- und Carsharing-Angebote sollen die Bewohner dann sogar auf ihr eigenes Auto verzichten können. Bei dem Angebot auf Franklin sollen die Fahrzeuge dann auch, ähnlich wie bei dem Fahrradleihdienst VRNnextbike, an Stationen gebunden sein, wo man die Roller ausleihen und wieder abstellen kann. Es sollen aber auch weiterhin Fahrten in das Stadtgebiet möglich sein, zum Beispiel zum Einkaufen in die Innenstadt.

Für Oliver Leicht, Geschäftsführer der MVV Tochtergesellschaft Franklin mobil, sind Leihmodelle wie das der E-Roller die Mobilität der Zukunft: „Sharing-Modelle in Kombination mit einem leistungsfähigen Nahverkehr sind eine der Bausteine einer nachhaltigen Mobilität. Auf Franklin zeigen wir, was möglich ist und gehen so einen wichtigen Schritt in diese Richtung.“

Die Entscheidung, das Angebot auf Franklin zu beschränken, erklärt die MVV mit der nötigen Infrastruktur: Die sei auf einem begrenzten Gebiet leichter einzurichten als im freien Raum der Stadt. Sollte das Projekt aber ein großer kommerzieller Erfolg auf der Konversionsfläche werden, müsse man sich überlegen, inwiefern die E-Roller wieder der gesamten Stadt zur Verfügung gestellt werden. Auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne zumindest sollen die ersten Roller bereits im Juni auf die Straße geschickt werden.