Mannheim

Veranstaltungen „Event und Promotion“-Geschäftsführer Thomas Sprengel geht nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand / Dank vieler Weggefährten

Wehmütiger Abschied vom „Mister Stadtfest“

So aufgeregt war er nie, auch bei riesigen Großveranstaltungen nicht. Doch diesmal ging es ja um ihn selbst: Thomas Sprengel hatte ausnahmsweise nicht die Fäden in der Hand. Nach 43 Dienstjahren, davon 38 Jahre verantwortlich für die Messen und Märkte, ist der Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft „Event und Promotion“ bei einer stilvollen Feier mit zahlreichen Gästen im „Blue Tower“ in den Ruhestand verabschiedet worden.

„Mister Stadtfest“ taufte Bürgermeister Michael Grötsch den 65-Jährigen und würdigte seine „Gabe der unklassischen Verbindung von akkuratem Verwaltungshandeln und innovativen, kreativen Konzeptionen“. Denn obwohl Leutnant der Reserve und zunächst im Ordnungsamt tätig, übernahm er bald die Verantwortung für Wochenmärkte und andere Großveranstaltungen. Zunächst als Sachgebietsleiter, dann als Prokurist im Großmarkt, wurde ab 2015 unter seiner Leitung die Event-Sparte mit der Stadtreklame zur Gesellschaft „Event und Promotion“ zusammengefasst – die schwarze Zahlen schreibt.

Sprengel sei immer „überaus besonnen“ gewesen, habe bei Bedarf aber schnell handeln können, so Grötsch. Er bescheinigte ihm „stets korrektes Auftreten und ein elefantöses Gedächtnis“ sowie „professionellen Umgang mit der nicht immer leichten Klientel“, so der Bürgermeister. „Sie werden mir persönlich sehr fehlen, da geht wirklich eine Ära zu Ende“, so Grötsch zu Sprengel.

„Ganz und gar kein Beamter“

„Wir werden ihn sehr vermissen“, schloss sich dem Stephan J.E. Schuster, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, an. Er hatte mit seinen Kollegen Markus Rick und Melanie Rick-Schmidt den Saal auch sehr originell und liebevoll dekoriert. „Wir haben unvorstellbar viel erreicht, die Mess wirklich gut vorangebracht“, so Schuster über Sprengel. „Er war ganz und gar kein Beamter“, lobte ihn Albert Ritter, Präsident der Europäischen Schausteller-Union und des Deutschen Schaustellerbundes, „sondern hat in Zeiten überbordender Bürokratie und Vorschriften hervorragende Arbeit zum Wohle der Menschen und Feste dieser Stadt geleistet“, so Ritter.

Auch anderen Weggefährten fiel der Abschied schwer. „Anfangs sind Welten zusammengestoßen, aber nach der Einarbeitung war es prima, sehr gut“, so Ralf Ziesling, Sprecher der Markthändler. „Er war der Mann, der Mannheims lebendigsten Platz, die Kapuzinerplanken, gestaltet hat, dabei haben wir immer sehr gut zusammengearbeitet“, so Andreas Hilgenstock vom Modehaus Engelhorn. Von „hervorragender Zusammenarbeit“ spricht ebenso Wolfgang Bohatsch (Golden Brezel): „Er war immer sehr korrekt!“

„Wir haben sehr vertrauensvoll und ganz toll zusammengearbeitet und gemeinsam viel bewegen können, etwa dass der Fasnachtszug wieder durch die Planken laufen kann“, so Thomas Dörner, Präsident der Karnevalskommission. Aber Sprengel sei „nie jemand gewesen, der Erfolge nach Außen getragen hat“. Und in der Tat verabschiedete sich Sprengel, bescheiden wie immer, mit nur wenigen Worten. Er will nun mit seiner Frau verreisen, sich um den Garten kümmern – aber ist bei allen Festen stets willkommen.

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