Mannheim

Wahlkampf AfD-Spitzenkandidatin im Schützenhaus Feudenheim

Weidel attackiert Merkels Asylpolitik

Heiß geht es am Sonntagabend im Schützenhaus Feudenheim zu - aufgrund der Temperaturen. Draußen vor der Tür hat die Polizei einen "coolen" Einsatz ohne besondere Vorkommnisse. Für die AfD-Spitzenfrau Alice Weidel, "ich komme gern nach Mannheim", ist der Wahlkampf-Auftritt ein Heimspiel. Immer wieder brandet im gut besuchten Saal Applaus auf.

Vor dem Bühnen-Plakat mit der Aufschrift "Unser Land, unsere Heimat" präsentiert sich zuerst der Mannheimer Kandidat Robert Schmidt. Er kündigt an, dass die "Alternative für Deutschland" bis 24. September alle 14 Tage eine örtliche Veranstaltung plane. Der Jurist wirft politischen Gegnern vor, Druck auf Wirte und Hallenbetreiber auszuüben, nicht an die AfD zu vermieten. "Wir könnten die Rheingoldhalle füllen, bekommen sie aber nicht."

Eine Botschaft zieht sich durch die mal lakonisch-süffisante, dann wieder wütend-harsche Ansprache der AfD-Frontfrau: "Wir müssen endlich im Bundestag die Regierung kontrollieren" - denn die stelle sich "über die Interessen des Volkes". Die promovierte Wirtschaftlerin lässt keinen Zweifel daran, wer ihre Lieblingsfeindin ist: Angela Merkel. Wegen deren "Asyl-Wahnsinn" will die 38-Jährige eine Verfassungsklage gegen die Kanzlerin durchfechten, eine Ankündigung, die für tosenden Beifall sorgt. Weil es mit Martin Schulz (SPD), "der Parodie" eines Kanzlerkandidaten, noch "schlimmer als bei Merkel kommen würde",, bleibe nur die AfD als Alternative.

Bei ihren Attacken auf Spitzenpersonal der "Altparteien" steht auch "die sozialpädagogisch angehauchte" Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der verbalen Schusslinie. Weidel ruft dem Publikum zu, sie werde Fotos ihrer Großväter in Wehrmachtsuniform herauskramen und aufhängen.

Kritik am Islam

Jene Positionen, die in Info-Heften zum Mitnehmen erläutert werden, bilden auch in der Wahlkampfrede den roten Faden: "Ja, ich stehe dazu: Der Islam gehört nicht zu Deutschland", ruft Weidel. Die AfD-Spitzenkandidatin wettert gegen "eine Gut- Menschen-Armada und Asyl-Industrie", die das Flüchtlings-Problem samt Ausländer-Kriminalität Schön-Rede. Ihre Anschuldigungen spickt sie mit Zahlen und Studienergebnissen, die der Zuhörer ohne die jeweilige Quelle aber kaum zu verifizieren vermag. wam