Mannheim

Club der Knöchelträger Echter Kurpfälzer erhält närrischen Ritterschlag / Heiner Bernhard freut sich über Auszeichnung

Weinheims Alt-OB wird „Blauer Zecher“

Archivartikel

„Ein Kurpälzer wie er leibt und lebt“, lobte der Präsident des Clubs der Knöchelträger, Werner Barth, den neuen Ordensträger der Ritter zum blauen Zecher – den Weinheimer Oberbürgermeister außer Dienst, Heiner Bernhard. Geehrt werden mit dem Ritterschlag humorvolle Politiker der Region.

Der Geehrte freute über den Orden, zumal er nach längerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen sei, dass dieser Orden nichts, aber auch gar nichts, mit dem Verzehr von Alkohol zu tun habe. „Im Ablehnen sei er eben immer schlecht gewesen, so Bernhard. Daher habe ihm schon seine Mutter mit auf den Weg gegeben: „Es ist gut, dass Du kein Mädchen geworden bist.“

Unter seinen Vorfahren fänden sich keine Ritter oder Adelige, sondern eher Tagelöhner und Arbeiter. „Die Zahl der Ehrungen, die ich erfahre ist gut, aber auch beängstigend, weil es so viele sind“, so Bernhard. Er erinnerte an den Kurfürst Friedrich von der Pfalz, dem nachgesagt wurde, dass er sang: „Wie kam gestern ich ins Bett, bin scheints wieder voll gewest“. Damit wolle er natürlich nicht Schritt halten. Nur einige Augenblicke zuvor hatte Jürgen Janßen von der Rheinschanze Ludwigshafen das neue Mitglied des Vereins mit einem Degen zum Ritter geschlagen.

Ein Loblied auf den Neuen

Der Schlag werde im Stehen ausgeführt, denn der humorvolle Politiker sollte immer aufrecht sein“, hatte Janßen gemahnt, der auch die Bedeutung des „Blauen Zechers“ erklärte. Die Idee stamme von den blauen Veilchen, dem Vorgänger des Clubs der Knöchelträger und wurde 1986 ins Leben gerufen. Wie bei Fasnachtern üblich erinnere der Orden an die berühmte Viola odoraata, die keine Trockenheit vertrage, aber den ganzen Winter über blühe. Ein Zecher sei ein Zeitgenosse, mit dem man sich gut vertrage, so Janßen. Zuvor hatte Jutta Steinruck, die im Vorjahr den Orden nicht persönlich entgegennehmen konnte, da sie krank war, ein Loblied auf ihren Nachfolger gesungen. „Das Amt eines Oberbürgermeisters schafft man ohne Humor nicht“, so Steinruck.

Schon zu Beginn der Veranstaltung hatten Steinruck und Ludwigshafens CDU-Stadtrat Christoph Heller gemeinsam Witze über die Region verbreitet, die jedem der Gäste im Leonardo Hotel Lachtränen in die Augen trieben. Das Mannheimer Traditionskorps war zur Begrüßung der Gäste angetreten. Die drei Tanzmariechen, Ashley, Janina und Julia, des Reihener Carnevalsvereins (Sinsheim-Reihen) begeisterten mit ihrem karnevalistischen Sport die Gäste, obwohl es auf dem Teppichboden des Hotels schwer fiel.

Sängerin Naomi brachte mit Balladen Stimmung in den Saal. Karin Urbansky wurde zur Ehrensenatorin ernannt, ebenso wie Ilya Zarruck. Franz Barth ehrte Isabel Dehmelt mit dem Titel einer Senatorin. Büttenredner Wolfgang Göck erklärte, warum er als blinder Flugkapitän so erfolgreich durch die Welt fliegt. Céline Bouvier, alias Markus Beisel, vom Rhein-Neckar-Theater sorgte für gesangliche Abwechslung im Saal, Barth las „in Dur und Moll“ der Bundes- und Kommunalpolitik die Leviten. Simone Rhen wurde als Shopping Queen ausgezeichnet.

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