Mannheim

Bundeswehr Sozialdemokrat schreibt an Kramp-Karrenbauer

Weirauch will Gelöbnis im Ehrenhof

Archivartikel

In einem Brief an die neue Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat Landtagsabgeordneter Boris Weirauch (SPD, Bild) ein öffentliches Gelöbnis von Bundeswehrsoldaten im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses angeregt. „Ich werde mich dafür auch öffentlich starkmachen“, kündigte der Sozialdemokrat an.

Kramp-Karrenbauer hatte bei ihrem Amtsantritt gefordert, mehr öffentliche Gelöbnisse im Land abzuhalten. „Ich begrüße diesen Vorschlag ganz ausdrücklich, denn die Bundeswehr ist als Parlamentsarmee ein elementarer Teil unseres Staates“, so Weirauch in seinem Brief an die Ministerin: „Sie soll deshalb auch in der Öffentlichkeit sichtbar sein“, meinte er. „Ich bin allen Soldaten dankbar, dass sie mutig unserem Land dienen, ganz besonders denen, die bei Auslandseinsätzen Leib und Leben riskieren“, heißt es weiter in seinem Brief an die Ministerin. „Es wäre zudem ein schönes Zeichen, wenn Soldaten unserer demokratisch verfassten Armee ihren Eid auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland in einer ehemaligen kurfürstlichen Residenz schwören“, ergänzte er.

Letzte Truppen-Zeremonie 1989

Bei der feierlichen Zeremonie mit Truppenfahne und Marschmusik gelobten die Soldaten am Beginn ihrer Dienstzeit, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, wie es im Soldatengesetz heißt. Zuletzt hatte es solch ein Gelöbnis in unserer Region im Mai zum Jubiläum „70 Jahre Grundgesetz“ vor dem Hambacher Schloss gegeben.

Im Mannheim traten dazu 1962 erstmals Rekruten im Ehrenhof des Schlosses an, zudem 1963, 1965 und 1968. Dann gab es aber so schwere, teils gewalttätige Störungen, dass die Bundeswehr darauf verzichtete. Zuletzt im Ehrenhof präsent war die Truppe 1989 – da aber nicht mit einem Gelöbnis, sondern mit einem Großen Zapfenstreich des Wachbataillons im Beisein des damaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Roman Herzog anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Bundesrepublik. Auch da gab es heftige Proteste. (Bild: SPD)

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