Mannheim

Rettungsdienst Stadt fordert Vorbeugung gegen Engpässe / Bisher keine Häufung von Notrufen

Weitere Helfer stehen parat

Archivartikel

Wenn es bis zu 40 Grad heiß wird und die Zahl der Notfälle plötzlich rasant ansteigt, soll der Rettungsdienst davon nicht kalt erwischt werden. Über die Vorkehrungen kam es nach Informationen dieser Zeitung aber zum Streit zwischen der Stadt und dem Bereichsausschuss, in dem Krankenkassen und Rettungsdienste sitzen. Jetzt stehen zumindest einige zusätzliche Helfer parat.

„Die Rettungsdienste wurden aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu treffen, beispielsweise hinsichtlich der Disposition von Krankentransporten oder der personellen, auch ehrenamtlichen, Verstärkung des Rettungsdienstes“ – diesen einen Satz teilte die Stadt Anfang der Woche ganz offiziell mit; mehr nicht.

Mehr will Erster Bürgermeister Christian Specht auf Anfrage zunächst auch gar nicht sagen. „Wir haben sie gebeten, angesichts vieler Freiluftveranstaltungen dafür zu sorgen, dass es nicht wieder zu Zuspitzungen und Engpässen kommt, wie wir sie an heißen Wochenenden ja schon erlebt haben“, erklärt er dann doch. Doch zugleich betont er, dass die Stadt im Rettungsdienst „nicht operativ tätig ist“, denn noch ist allein die Leitstelle Ladenburg zuständig – erst ab 2020 soll die Steuerung von der Hauptfeuerwache aus erfolgen. Die Entscheidungen falle „allein die Selbstverwaltung“, also der Bereichsausschuss.

Brief an die Kliniken

Dessen Vorsitzender Joachim Stutz von der AOK bestätigt nur: „Wir haben miteinander geredet.“ Einen Grund, mehr Kräfte einzusetzen, sieht er nicht: „Es ist ein völlig normales Wochenende, der Regelrettungsdienst schafft das!“, betont er. In der ablaufenden, heißen Woche habe es „keinerlei Auffälligkeiten, keine besondere Häufung von Notrufen oder Notfällen gegeben“, versichert er. Zudem seien „auch Spitzenbelastungen rechnerisch in der durchschnittlichen Vorhaltung enthalten“ und damit zu meistern.

Dennoch habe man in einer Sondersitzung das Thema besprochen. „Es gibt eine große Sensibilisierung aller Beteiligten“, sagt er zu. Sämtliche Rettungsorganisationen seien „stand by und in der Lage, sehr, sehr schnell zu handeln“, so Stutz. Bei Bedarf würden schnell zusätzliche Rettungswagen oder ehrenamtliche Kräfte alarmiert. Eine förmliche Bereitschaft gebe es indes nicht. Nach Informationen dieser Zeitung hat man aber zum Beispiel einige Ehrenamtliche vorgewarnt, dass etwas auf sie zukommen könnte. Zudem erhielten die Kliniken einen Brief mit der Bitte, Patienten ankommender Rettungswagen „schnellstmöglich“ anzunehmen, damit die Fahrzeuge gleich wieder für Folgeeinsätze zur Verfügung stehen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) stellt von sich aus zwei zusätzliche Krankentransportwagen. Dazu besetzen der verbandseigene Notarzt Andreas Volk, der stellvertretende Landesvorsitzende Peter Schmid und der stellvertretende Vorsitzende Chris Rihm „bei Bedarf binnen 30 Minuten“ einen Notarztwagen. Dienstfreies Personal könne ebenso kurzfristig abgerufen werden wie Ehrenamtliche mit bis zu vier weiteren Fahrzeugen, so der ASB.

Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat die Initiative ergriffen. Sie stockt ihre Wache am Stollenwörthweiher, die sie dort ohnehin mit meist fünf bis zehn Mitgliedern besetzt, mit zwei zusätzlichen Ehrenamtlichen mit Rettungsdienst-Qualifikation auf. Die erhalten ein eigenes Fahrzeug, das zur Schwimmbad-Ausstattung einen weiteren Notfall-Rucksack und Defibrillator enthält. „Damit können wir, wenn aus dem Bereich Neckarau ein Notruf kommt und gerade kein Rettungswagen in der Nähe frei ist, zumindest Erste Hilfe leisten“, so DLRG-Einsatzleiter Thorsten Großstück: „Bei dem Wetter muss man mit allem rechnen“, meint er.

Zum Thema