Mannheim

Trockenheit Zu wenig Wasser für Kreuzfahrtschiffe im Rhein

Weiterfahrt ein hohes Risiko

Archivartikel

Momentan sei die Situation „noch handelbar“, ist Regine Güntert überzeugt. „Aber das Wasser wird weiterfallen.“ Die Hafenmeisterin steht vor Herausforderungen: Wegen des durch die anhaltende Hitze und Dürre bedingten niedrigen Pegelstandes müssen seit gestern Schiffe im Mannheimer Hafen außerplanmäßig anlegen. „Bei teilweise weniger als 70 Zentimetern Abstand zum Grund des Rheins ist eine Weiterfahrt ein hohes Risiko“, erklärt Regine Güntert. Betroffen sind Handels- und Passagierschiffe, die flussauf Richtung Basel unterwegs seien.

Im Ermessen der Kapitäne

Die Gäste der Passagierschiffe steigen auf von ihren Reisegesellschaften organisierten Busse um. Die dann leeren Schiffe fahren teilweise in die selbe Richtung wie die Busse weiter, warten auf Tagesausflügler oder müssen umdrehen. „Eine Weiterfahrt Richtung Süden liegt im Ermessen des Schiffsführers.“

Von den fünf Liegestellen sei bereits die für Kreuzfahrtschiffe mangels Wassertiefe gesperrt, teilt Regine Güntert auf Anfrage des „MM“ mit. Während in der Regel nur zwei Anlegestellen besetzt seien, würden nun auch die restlichen vier genutzt. Anfragen nach mehreren Liegetagen nehme man aus organisatorischen Gründen nicht an, erläutert die Hafenmeisterin. „Die Schiffsführer sprechen sich untereinander ab.“

Der Pegelstand beträgt nur noch 1,43 Meter. Zwischen 2010 und 2017 lag dieser im Juli durchschnittlich bei 3,20 Meter.

Für den Hafen sind Kreuzfahrten ein „boomendes Geschäft“, erklärt Regina Güntert. Im Jahr 2010 legten noch 500 Kreuzfahrtschiffe in Mannheim an, um etwa einen Tagesausflug in die Quadratestadt oder das nahe gelegene Heidelberg zu ermöglichen. Bislang hätten sich für dieses Jahr bereits 669 Schiffe, mit auch immer jünger werdenden Reisenden, angemeldet. seko/dpa

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