Mannheim

Störche 63 Exemplare gezählt – dafür neuer „Nest-Rekord“

Weniger Jungtiere im Luisenpark

Archivartikel

Im Luisenpark sind weniger Jungstörche ausgebrütet und großgezogen worden als im Vorjahr. Das hat die Stadtpark-Gesellschaft als Ergebnis ihrer Zählung bekanntgegeben. Danach gab es jetzt 63 junge Tiere, während 2019 noch 82 registriert worden waren. Allerdings hat Meister Adebar offenbar mit mehr Nachwuchs gerechnet: Während schon im vergangenen Jahr mit 44 besetzen Nestern ein „Nest-Rekord“ vermeldet werden konnte, waren es in diesem Jahr sogar 46 Nester – ein regelrechter Bauboom also.

Das dem aber kein Babyboom wie vor zwei Jahren folgt, als man im Luisenpark einen Geburtenrekord bei den Weißstörchen von 91 Jungen vermeldete, liegt nicht an den fehlenden Brutvoraussetzungen, erläutert die Zoologische Leiterin Christine Krämer. „In der Tat war in diesem Jahr die Witterung für die Störche äußerst ungünstig. Es wurden viele Jungtiere geboren, aber einige haben schlicht die Kälte nicht ausgehalten: Die vergleichsweise kalten und vor allem nassen Eisheiligen Anfang Mai machten ihrem Namen wirklich alle Ehre“, so Krämer. „Zum sogenannten Hudern, also dem Schutz suchen unter dem elterlichen Gefieder, waren die Jungstörche im Mai leider schon zu groß, so dass sie der Kälte voll ausgesetzt waren.“ Das haben dann offenbar nicht alle Jungtiere überlebt.

Mit Manfred fängt alles an

Der Luisenpark gilt als größte innerstädtische Storchenkolonie Europas. 1975 zur Bundesgartenschau hatte man sogenannte Lockpaare, die in Volieren gehalten wurden, eingesetzt. Sie sollten Störche zum Brüten anziehen – was nur manchmal funktionierte. 1985 legte Manfred, ein bulgarischer Wildstorch, den Grundstein für die stetig wachsende Storchenpopulation. Sein Nest zog viele andere an. Jedes Jahr kommt Helmut Stein im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell. Er steigt dann per Hubsteiger zu den Nestern und beringt die Jungstörche, um einen Überblick über die Population zu behalten.

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