Mannheim

Soziales Vorträge und intensive Gespräche beim dritten Fachforum / Hörgeräte künftig mit Akkus statt Batterien / Großes Interesse am Thema Patientenverfügung

„Wer jemanden pflegt, braucht ebenfalls Hilfe“

Archivartikel

Das Pflegeforum scheint angekommen zu sein, die Veranstaltungsreihe fand erstmalig in der Alten Brauerei statt, und die Räumlichkeiten dort wurden von allen gelobt: „Das ist fast eine familiäre Runde hier, das schafft Vertrauen“, sagt Alexandra Eschelbach vom Anbieter 1A Pflegemax24: „Wir hatten keinen Leerlauf, wir hatten tolle Gespräche. Intensive Gespräche sind uns sehr wichtig.“

Auch am Stand nebenan gibt es viel Lob für die neuen Räumlichkeiten: „Wir hatten eine sehr gute Resonanz, interessante Gespräche und vor allen Dingen einen ganz tollen Vortrag“, berichtet Thomas Frey. Der Geschäftsführer der Firma Koob referierte über die neuesten und modernsten Hörgeräte, „und der Saal war voll.“ Der Batteriewechsel entfalle demnächst, die nächste Generation werde mit Akkus betrieben.

Auch Andrea Wilhelm vom Universitätsklinikum Mannheim zeigt sich begeistert vom Zuspruch der Besucher: „Pflege für den pflegenden Menschen ist unser Thema. Wer jemanden pflegt, braucht auch Hilfe.“ Die Gäste hätten „nicht nur aufmerksam zugehört, die haben auch die Übungen mitgemacht“. Wilhelm demonstriert, wie man einem Menschen beim Aufstehen helfen kann, ohne viel Kraft dafür aufzuwenden. Jeanette Zwipp stellt praktische Übungen beim Kleinkind vor: „Pflege ist nicht nur ein Thema für ältere Menschen, chronisch kranke Kinder müssen ebenfalls gepflegt werden.“

Auf großes Interesse stieß das Thema Patientenverfügung. Betina Hildenbrand beschreibt das Problem ganz klar: „Ein Jurist war nie auf einer Intensivstation, die wissen gar nicht, auf was es ankommt. Eine Patientenverfügung ist eine medizinische Angelegenheit“, und da kennt sich ihr Mann gut aus. Ulrich Hildebrand ist Notarzt, Narkosearzt und Intensivmediziner. Er hat eine 30-seitige Patientenverfügung medizinisch ausgearbeitet und von Juristen formulieren lassen: „Das Interesse war riesig, wir kommen nächstes Jahr auf alle Fälle wieder.“

Waltraud Gehrig läuft mit der Glocke durch den Saal, gleich beginnt die nächste Runde an Vorträgen, insgesamt sind es 16. „Die Vorträge sind der Renner“, sagt die Mitorganisatorin, die selbst auf Krisensituationen in der Pflege eingeht – und darauf, wie man sie meistert.

„Wir wollen keine Messe werden“, so Yves Remelius, „wir sind und bleiben ein klassisches Pflegeforum.“ Der Veranstalter spricht von mehr als 650 Besuchern. Virtueller soll das nächste Forum werden, „die Leute sollen sich mehr vernetzen“, so seine Zielsetzung. 

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