Mannheim

Modellprojekt: An der Carl-Benz-Schule absolviert der erste Jahrgang des sechsjährigen Technischen Gymnasiums sein Abitur

Werkbank gehört zum Unterricht

Archivartikel

Mannheim.An der Drehmaschine stehen, eine Fahrstuhl-Steuerung konzipieren oder Produktdesigns entwickeln: Für die Schüler des sechsjährigen Technischen Gymnasiums (TG) der Carl-Benz-Schule (CBS) gehören Herausforderungen zum Alltag, mit denen ihre Kollegen an allgemeinbildenden Gymnasien gar nichts zu tun haben. Das liegt am Profilfach, mit dem Schüler fit gemacht werden sollen für naturwissenschaftliche und Ingenieursberufe.

Im Schuljahr 2012/13 ging das sechsjährige TG an den Start – als eines von 15 Gymnasien landesweit. Jetzt hat der erste Jahrgang seine Abiturprüfungen hinter sich. Da ist zum Beispiel Lando Werthmann, der sich den Schwerpunkt Informatik gesetzt hatte. „Mir war immer klar, dass ich irgendetwas Technisches machen wollte“, blickt er im Gespräch mit dieser Zeitung auf seine Laufbahn zurück. Als Realschüler mit guten Noten kam ihm das Angebot der CBS da gerade recht.

Seine Wahl hat er keine Sekunde bereut. Bald möchte er in Karlsruhe mit dem Studium der Elektrotechnik beginnen, „da war das Technische Gymnasium sehr sinnvoll und eine sehr gute Vorbereitung darauf“, freut er sich.

Im Unterricht Computer-Hardware auseinanderzunehmen, machte ihm Spaß. Aber „gegen Ende wurde das Fach theorielastiger“, berichtet Lando Werthmann. Aus Sicht von Johannes Wörner, der Mechatronik als Schwerpunkt hatte, „kam der praktische Teil ein wenig zu kurz“. Das habe an dem sehr dichten Lehrplan gelegen. Aber den Schritt, ans TG zu wechseln, hält er nach wie vor für goldrichtig. Er würde es „auf jeden Fall“ wieder tun: „Ich konnte mich in den sechs Jahren sehr gut weiterentwickeln und habe dadurch meinen Weg gefunden“, sagt der Abiturient, der jetzt ein Physikstudium anstrebt.

Die CBS sei die erste Schule gewesen, die er sich vor dem Wechsel von der Realschule aufs Gymnasium angesehen habe. „Ich war sofort begeistert“, blickt Johannes Wörner zurück.

Fabian Dürr erinnert sich gerne an den „Lottozahlengenerator“, den die Informatik-Schüler entwickelt haben. Der wirft Zahlenreihen aus, kann aber eines leider noch nicht: die richtigen Ergebnisse voraussagen. So gerne der Schüler sich auf informationstechnischem Gebiet auch tummelt – beruflich strebt er in einen ganz anderen Bereich: Er möchte zur Polizei.

Sanfte Übergangsphase

Als großen Vorteil des sechsjährigen TG sieht Fabian Dürr die ganz allmähliche Vorbereitung auf die Oberstufe: „Ich fand das sehr hilfreich, da wir vor der entscheidenden Phase schon drei Jahre hier waren und die Lehrer kannten. Das war ein entspanntes Hineingleiten.“

Kimberly Geier dagegen empfand ihren Start an der CBS als „Sprung ins kalte Wasser“. Aber das lag daran, dass sie statt des sechs- erst ab der elften Klasse das dreijährige TG besuchte. „Schwimmen gelernt“ hat sie an der Neckarpromenade dennoch sehr schnell – und mit Gestaltungs- und Medientechnik die richtige Wahl getroffen. Die CBS sei damals „die einzige Schule gewesen, die dieses Profilfach angeboten hat“. Deshalb fiel ihr die Wahl nicht schwer.

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