Mannheim

Wertvolle Arbeit

Die Aussage einer Prostituierten über die Beratungsstelle Amalie ist denkwürdig: „Ich habe hier ein Zuhause gefunden. Wenn ich mal ausflippen will, komme ich einfach hierher.“ Dann lacht sie. Jeder sieht, dass diese Frau einen Zufluchtsort gefunden hat. Weit weg vom harten Alltag, raus aus dem Zwang der Prostitution. Dass es in Mannheim eine solche Anlaufstelle gibt, die diese Frauen am Rande der Gesellschaft nicht vergisst, sondern ihnen hilft, ist ein Aushängeschild für die Stadt. Das Team von Amalie um Initiatorin Julia Wege ist den steinigen Weg angetreten, das Thema Prostitution zu enttabuisieren und das Stigma von den Frauen zu nehmen.

Durch diese wertvolle Arbeit wurde die Stadtgesellschaft wachgerüttelt – und darauf aufmerksam gemacht, dass es direkt vor der Haustür Menschen gibt, die Hilfe brauchen, auch wenn sie danach nicht rufen können. Viele haben die Arbeit von Amalie in den fünf Jahren begleitet – wie etwa der frühere Diakonie-Direktor Peter Hübinger, der die Notwenigkeit der Beratungsstelle erkannte. Nach fünf Jahren ist daraus ein großes Netzwerk entstanden. Das ist ein gutes Signal. Es zeigt: Hier sind Menschen, die wachsam sind und helfen wollen.

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