Mannheim

Rektor Ernst-Ludwig von Thadden freut sich über neuen Lehrstuhl für Integration / Gebäude in B 6 fertig

Wettbewerb um Forschungsgelder

Die Universität hat bewusst darauf verzichtet, ihr 50-jähriges Bestehen zu feiern. Das sagte Ernst-Ludwig von Thadden (Bild), der Rektor der Universität, die 1967 aus der früheren Wirtschaftshochschule hervorging, beim Schlossfest vor Absolventen. "Wir sehen uns eher in der Tradition der von Stadt und Bürgertum 1907 als bewusster Kontrapunkt zur Universität Heidelberg gegründeten Hochschule, die ja bis heute ganz wesentlich vom Engagement der Bürgerschaft lebt", meinte von Thadden.

Dennoch könne die Hochschule "stolz sein, was sie erreicht hat", so der Rektor. So gebe es einen vom Land bewilligten neuen Lehrstuhl zum Thema Integration und Migration. Bei dem Thema spiele Mannheim bis her schon eine "herausragende Rolle", so von Thadden.

Zudem liegen derzeit erstmals sogar zwei Anträge aus Mannheim für die Bewilligung von Sonderforschungsbereichen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor. Dabei handelt es sich um die dritte Verlängerung des von Thomas König geleiteten Projekts "Politische Ökonomie von Reformen" und, neu dabei, von Martin Peitz zu ökonomischen Perspektiven gesellschaftlicher Herausforderungen. "Wenn beide Anträge durchgehen, wäre das ein Unikum für Mannheim", so der Rektor. Ebenfalls ein Novum stelle die Tatsache dar, dass Mannheim im Zuge der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder im Rennen um Gelder für zwei neue Forschungsbereiche ist - zu den Themen "Integration und Migration" sowie "Digitale Informationsgesellschaft", zu denen im Schloss jetzt schon viel geforscht wird. Dennoch kritisierte von Thadden erneut den Ablauf dieser Exzellenzinitiative - als "Schaulaufen, das nicht immer akademischen Standards entspricht".

"Parkplatz aufgewertet"

Als "herausragendes wissenschaftliches Ereignis" würdigte er zudem die Tagung der European Finance Association (EFA) im August an der Uni. "Wir sind international sehr stark sichtbar", betonte er, "wenn so etwas in Paris oder London ist, wird es aber vor Ort deutlicher wahrgenommen", kritisierte er. Fertiggestellt seien zwei Bauten. Einmal das Konferenzzentrum der Mannheim Business School im ehemaligen Kohlenkeller im Westflügel sowie das neue Forschungs- und Lehrgebäude in B 6. Hier habe die Uni aus eigenem Etat, ohne Hilfe des Landes, "einen schäbigen Parkplatz und eine Geröllwüste aufgewertet", erklärte von Thadden. Beim gerade laufenden städtebaulichen Wettbewerb für den Bereich südwestlich des Schlosses gehe es "nicht darum, dass wir den Friedrichspark zubetonieren", die Uni brauche aber "Luft zum Arbeiten und zum Atmen". In diesem Zusammenhang regte der Rektor an, wegen der hohen Stickstoffbelastung über eine weitere Reduzierung des Autoverkehrs auf der Bismarckstraße nachzudenken.