Mannheim

Bildung Im „Escape Room“ Rätsel lösen / Medienkompetenz Jugendlicher soll gefördert werden

Wettlauf gegen die Zeit

Mitten im Klassenzimmer der Eberhard-Gothein-Schule in U 2 steht eine große Maschine mit Schaltern, Hebeln, Knöpfen und Monitoren. Um sie herum wuseln neun Schüler und versuchen, durch Ausprobieren und Tüfteln ein Rätsel zu lösen. Sie müssen herausbekommen, wie ein Mitschüler Opfer eines Hackerangriffs wurde und einen weiteren Angriff verhindern. Die Jugendlichen erhalten und entdecken immer mehr Hinweise, die sie zum Übeltäter führen. Nach 45 Minuten gelingt es ihnen, die Aufgabe zu bewältigen.

Das Rätsel ist dem beliebten Spiel „Escape Room“ nachempfunden, bei dem eine Gruppe innerhalb einer festgelegten Zeit einen abgeschlossenen, mit Requisiten bestückten Raum verlassen muss. Das interaktive Spiel „Escape Room Hackerangriff“ ist Teil des Projekts „Läuft bei dir!“ im Rahmen des „Aktionsprogramms Demokratie“. Dabei arbeiten mehrere Stiftungen zusammen. Das Projekt soll die Medienkompetenz der Schüler stärken.

Die fiktive Situation ist so gestaltet, wie sie wirklich passiert sein könnte. Die Protagonisten verhalten sich im Internet unvorsichtig, geraten in die Bredouille. Dabei zeigt sich, was passiert, wenn Jugendliche zu viele und zu persönliche Informationen über sich preisgeben. So erleben die Protagonisten die Schattenseiten des Internets – wie Falschmeldungen, Passwortdiebstahl oder Identitätsmissbrauch.

Internet vergisst nichts

Eine der Figuren veröffentlicht in der Geschichte regelmäßig gestellte und bearbeitete Fotos. Was sie nicht preisgibt: Sie setzt sich gewaltig unter Druck, um die eigene Person möglichst ideal darzustellen. Die Schüler sollen verstehen, dass es nicht nötig ist, ein „Bilderbuchleben“ vorzugeben oder gar führen zu müssen. Außerdem erleben sie anhand einer weiteren Figur des Spiels, dass das Internet nichts vergisst. Die Person muss schmerzlich feststellen, dass die Partyfotos, die sie einst als Jugendliche veröffentlicht hat, nun einem Job im Wege stehen.

Die Geschichte, mit all ihren Figuren, die unterschiedliche Erfahrungen mit dem Internet machen, soll den Schülern vor Augen führen, wie schnell man sich dort angreifbar macht. Durch das gemeinsame Lösen des Rätsels soll außerdem die Gruppendynamik gefördert werden. So stellen die Schüler fest, dass die Bewältigung der Aufgabe nur durch gute Absprachen möglich ist.

„Es hat Spaß gemacht“, hört man in der anschließenden Besprechung aus verschiedenen Ecken des Klassenzimmers. Die Jugendlichen sind stolz, das Rätsel in der vorgegebenen Zeit gelöst zu haben.

„Es ist erschreckend, wie einfach man Daten sammeln kann“, beschreibt Jasmin Kross ihre Eindrücke. „Klar ist, dass man im Internet vorsichtig sein muss“, berichtet ein weiterer Schüler. Dennoch sei er überrascht, wie schnell und einfach man Opfer eines Hackerangriffs werden kann.

Vier Tage lang hatten sieben Klassen der Eberhard-Gothein-Schule die Gelegenheit, die Gefahren des Internets zu erleben, heute zieht der „Escape Room“ an eine andere Schule weiter. pam