Mannheim

Wie wichtig ist dieser Fachtag?

Archivartikel

Informationen, Diskussionen und einen regen Austausch gab es bei der Fachtagung. Wie haben die Veranstalter den Tag wahrgenommen? Warum ist er so wichtig für die Stadt?

Claudia Schöning-Kalender (Mannheimer Frauenhaus): Als die ersten Frauenhäuser vor fast 40 Jahren gegründet wurden, richtete sich der Fokus auf die gewaltbetroffenen Frauen. Inzwischen leben in jedem Frauenhaus, kommen in jede Beratungsstelle mindestens ebenso viele Kinder. Wir haben auf diese Problematik schon Anfang der 2000er Jahre mit einem Gruppenangebot reagiert. Bei den guten Ansätzen fehlte die Kontinuität. Hierfür ist die stadtweite Vernetzung unbedingte Voraussetzung. Diese wurde mit der gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung der Tagung erneut gestärkt. Allein die enorme Zahl der Teilnehmer betont die Bedeutung dieser Thematik für die Stadt.

Ruth Syren (Heckertstift, Caritas Mannheim): Generell ist eine solche Tagung wichtig, um Kinder als Zeugen oder Opfer bei häuslicher Gewalt mehr in den Blickpunkt zu nehmen, da sie sehr verletzlich sind. Sie brauchen Hilfe von außen. Für Mannheim ist dieser Fachtag wichtig, weil es bereits gute Kooperationen gibt, diese jedoch gepflegt werden müssen. Sie sind kein Selbstläufer. Bei Fachtagen kann man sich gut austauschen, neue Kooperationen knüpfen und alte wieder beleben. Gezeigt hat der Tag, dass wir in Mannheim gut sind, aber wir können noch besser werden und von Erfahrungen anderer profitieren. Der Schutz der Kinder muss Priorität haben, dafür braucht es spezielle Angebote.

Ulrike Freundlieb (Stadt Mannheim): Das Themenfeld häusliche Gewalt wird in der Gesellschaft kaum diskutiert, eher verschwiegen. Häusliche Gewalt gilt als Privatsache und wird als soziales Stigma erlebt. Der Fachtag lenkte den Fokus bewusst auf dieses Problem. Im Umgang mit häuslicher Gewalt sind eine Vielzahl von Akteuren beteiligt. Der Fachtag bot ihnen die Chance zur noch besseren Vernetzung, und diskutierte Handlungsmöglichkeiten, wie insbesondere Kinder besser vor häusliche Gewalt geschützt werden können und damit auch einer Übertragung dieses Verhaltens auf spätere Generationen begegnet werden kann. ena