Mannheim

Stadtverwaltung Nach 30 Jahren planen Rathaus und anderen Ämter eine Veranstaltung für Bürger

Wieder „Tag der offenen Tür“

Die Stadtverwaltung plant einen großen „Tag der offenen Tür“. „Wir möchten das gerne wieder machen und sind dabei, ein Konzept zu überlegen“, bestätigte Pressesprecher Ralf Walter auf Anfrage. Ein Termin stehe noch nicht fest, er solle aber „möglichst noch in diesem Jahr“ liegen. Dabei sollten neben dem Rathaus in E 5 auch weitere Standorte der Stadtverwaltung und ihrer Einrichtungen einbezogen werden. Details stünden aber noch nicht fest.

Die Initiative dazu hatte die SPD-Gemeinderatsfraktion ergriffen. Anfang 2018 beantragte sie, dass die Stadt wieder eine solche Veranstaltung ausrichtet, „mindestens im Rathaus E 5“. Dabei gehe es um eine „transparente Darstellung und Außenwirkung der Stadt“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer damals in dem Antrag. Über ihn wurde dann zwar nicht im Gemeinderat abgestimmt, aber nichtöffentlich im Ältestenrat beraten. Dort sagte Oberbürgermeister Peter Kurz zu, die Idee aufzugreifen.

Nach 1988 abgeschafft

„Das ist gut, weil an einem solchen Tag die Stadtverwaltung und der Gemeinderat ihre Arbeit vorstellen und für viele transparent machen können“, begrüßte Eisenhauer die Entscheidung. Damit hätten „Bürger Gelegenheit, ohne besonderen Anlass und ohne Voranmeldung in einen direkten Kontakt mit Verwaltungsmitarbeitern zu treten, Fragen zu stellen und sich ein Bild von den Arbeitsplätzen im Rathaus zu machen“, ergänzte SPD-Stadträtin Andrea Safferling, die ja selbst im Rathaus in der SPD-Fraktionsgeschäftsstelle arbeitet. Auch mit Stadträten könne man da „manches klären“.

Früher gehörte ein „Tag der offenen Tür“ zum regelmäßigen Mannheimer Veranstaltungsangebot. Im Rathaus waren Büros und Sitzungssäle ebenso zu sehen wie die Hausdruckerei. Ausgestellt wurden das „Goldene Buch“, die Amtskette des Oberbürgermeisters und Gastgeschenke. In den technischen Ämtern im Collini-Center konnte man Pläne und Modelle sehen. Zudem beteiligten sich zahlreiche städtische Institutionen, vom Klärwerk und der Stadtreinigung bis zu Kultureinrichtrungen und der Feuerwehr. Die steuerte große Vorführungen bei, etwa vom Feuerlöschboot auf dem Neckar. Das alles war stets sonntags und zog um die 60 000 Besucher an.

1988 fand dieser große „Tag der offenen Tür“ aber letztmals statt. 1991 gab es dann eine Neuauflage – speziell dem Thema „Umwelt“ gewidmet und nur von den damit befassten Dienstellen, jedoch einschließlich der damaligen Stadtwerke (heute MVV) und des Nahverkehrs. Dann wurde indes die Veranstaltung ganz gestrichen, da sie stets mit hohen, jedoch nicht bezifferbaren Kosten verbunden war. Weil die städtischen Mitarbeiter aber sonntags arbeiteten, teilweise (etwa bei der Feuerwehr) Sonderschichten nötig waren, fielen viele Überstunden an. Deshalb reagierten Teile der Verwaltung auch zunächst zurückhaltend auf den SPD-Vorstoß.

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