Mannheim

Vorlesewettbewerb Trina Maria Israel vom Ursulinen-Gymnasium gewinnt ersten Stadtentscheid

Wilde Abenteuer und lustige Postboten

So richtig fassen kann es Trina Maria Israel noch nicht. Die Schülerin einer sechsten Klasse am Ursulinen-Gymnasium hat den ersten Mannheimer Stadtentscheid im 60. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in der Stadtteilbibliothek Rheinau gerade für sich entschieden. Angespannte Stille herrscht im Raum, als die zwölf Teilnehmer aus dem Bereich Mannheim-West auf ihren Stühlen Platz nehmen und darauf warten, vor zahlreichem Publikum und der Jury vorzulesen. Sie alle haben ein Ziel: als Deutschlands bester Vorleser gekürt zu werden.

Die ersten Hürden haben die Sechstklässler bereits genommen: Die fünf Mädchen und sieben Jungs wurden als Sieger in ihren Klassen und Schulen für den Vorlesewettbewerb nominiert. Bis zur Medaille, die am 24. Juni in Berlin überreicht wird, gilt es aber noch viel zu lesen. Zunächst beim Bezirksentscheid, der ebenfalls in der Rheinauer Bibliothek stattfindet. Anschließend müssen sich die zwei Sieger auf Landesebene in Stuttgart qualifizieren.

Der Vorlesewettbewerb soll Kinder ermutigen, sich mit Literatur zu beschäftigen, das Vorlesen soll ihre Lesekompetenz fördern. Die Mädchen und Jungen, die am Freitag in Rheinau vorgelesen haben, haben ganz offensichtlich alle Spaß am Lesen. Langweilig trägt keiner die Textstelle aus seinem Lieblingsbuch vor. Die Vorleser schlüpfen mit ihren Stimmen in die Rollen der Protagonisten, mal wird geflüstert, dann gebrüllt. Die Bücher, welche die Kandidaten ausgewählt haben, reichen vom Klassiker „Momo“ von Michael Ende über spannende Abenteuererlebnisse bis hin zur lustigen Geschichte vom Postboten Pitje Puck.

Später lesen die Wettbewerbsteilnehmer aus einem ihnen unbekannten Text vor: Auf dem Tisch liegt „Die beste Medizin“ von Christine Hamill. Auch das meistern die jungen Leser mit Bravour. So hat es die vierköpfige Jury – bestehend aus Vorlesepatin Marianne Volz, den Bibliothekarinnen Elisabeth Weingärtner und Cordula Kiel sowie Vorjahressieger Janis Weisbrod – schwer, sich für einen Gewinner zu entscheiden.

Geschwistern vorgelesen

„Diesmal waren alle auf einem sehr ähnlichen, guten Niveau“, lobt Bibliotheksleiter Norbert Kugel, der den Wettbewerb in der Stadtteilbibliothek Rheinau organisierte. Am Ende machte Trina Maria Israel das Rennen. Sie überzeugte die Jury mit sicherem Auftreten und viel Ausdruck beim Vortragen. Die Schülerin des Ursulinen-Gymnasiums freute sich riesig über ihren Erfolg. Bücher sind ihre Welt. „Ich lese viel vor allem Krimis, Abenteuer- und Detektivgeschichten“, sagt die Zwölfjährige. Geübt hat sie, indem sie ihren vier jüngeren Geschwistern vorgelesen hat. Am liebsten aber liest sie für sich allein. „Bei spannenden Sachen kann man nicht aufhören und will immer weiterlesen“, sagt Trina.