Mannheim

12 waagerecht Gefährliche Gratwanderung

Willkür und Gewalt

Archivartikel

Zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung: Von 1939 bis 1943 war Paul Eppstein einer von drei Vorsitzenden der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, die ihren Sitz in Berlin hatte. Dort konnte er noch die Auswanderung von 100 000 Juden befördern. Im Januar 1943 wurde er mit seiner Frau Hedwig ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er – auf Befehl von Adolf Eichmann – als Nachfolger von Jakob Edelstein zum Judenältesten wurde. „Es war eine tödliche Gratwanderung“, resümiert eine Historikerin und Buchautorin, die sich intensiv mit der Rolle Eppsteins als Judenältester zwischen Todesangst und Verstrickung befasst hat: „Eppstein dachte, mit Verhandlungsgeschick könne man noch etwas verhindern. Das grenzenlose Ausmaß von Willkür und Gewalt der Nazis, das war lange Zeit – nicht nur für ihn – schlichtweg unvorstellbar.“ Gefragt ist der Nachname dieser 1952 geborenen Eppstein-Kennerin und Autorin vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden. mai

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