Mannheim

Vielfalt Morgen Start der RomnoKher-Wochen / Schirmherr ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann / Verleihung des Hildegard-Lagrenne-Preises

„Wir machen unsere Kultur erlebbar“

Archivartikel

Am Samstag starten inmitten der Quadrate die fünften RomnoKher Kulturwochen. Mit einem vielfältigen Programm bietet der baden-württembergische Sinti & Roma-Verband Einblicke in die moderne jüdische und Romno-Kunst. Gleichzeitig wird die Geschichte der Roma beleuchtet. Die Veranstaltung geht bis zum 22. September.

„Wir machen in diesen Wochen einerseits unsere Kultur erlebbar für unsere Minderheit“, sagt Chana Dischereit, koordinierende Referentin beim Landesverband in Mannheim. „Gleichzeitig beleuchten wir für die Mehrheitsgesellschaft unsere Anteile der Kultur“, so Dischereit über das Ziel der zweiwöchigen Veranstaltung. Diese steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Stellvertretend für ihn wird Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, morgen die Wochen miteröffnen.

Das Programm am Samstag beginnt mit dem Start der beiden Ausstellungen „Kunst kennt keine Grenzen“ und „Zeitlos“. Thematisiert werden aus der Perspektive der Romni Behar Heinemann die Seele des Menschen sowie Motive seiner Umgebung. Zu sehen sind Fotografien und Gemälde.

Mit der Ausstellung „Zeitlos“ zeigt zugleich die jüdische Fotografin Ina Rosenthal eine künstlerische Perspektive auf Zeit und Vergänglichkeit auf. Die Ausstellung kann während der RomnoKher-Wochen von Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. Am 22. September werden ausgewählte Kunstwerke versteigert.

Am Dienstag, 11. September, findet dann im Rahmen der Wochen die „Hildegard-Lagrenne-Preisverleihung“ der Stadt Mannheim statt. Damit zeichnet die Stadt engagierte Persönlichkeiten aus, die sich vor Ort und in der Region für Toleranz, Menschenrechte und Bildungsgerechtigkeit einsetzen.

Ebenso unterstützt der Preis die Bemühungen, nachhaltige Anerkennungs- und Teilhabestrukturen für die Minderheit der Sinti und Roma in der Gesellschaft zu schaffen. Diesjährige Preisträgerin ist Ilona Lagrene. Sie engagiert sich besonders mit dem Schwerpunkt Bildung. So besuchte sie Hunderte von Schulen in Baden-Württemberg und schaffte damit eine authentische Begegnung zwischen Minderheit und Mehrheit. Den Preis übergibt Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb.

Im Fokus steht bei den Wochen auch die Entwicklung der Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma. So geht es um den neuen Staatsvertrag, den der Verband Deutscher Sinti und Roma und der Landesverband im Herbst zusammen mit dem Land unterzeichnen wird. 

Info: Vollständiges Programm abrufbar unter www.bit.ly/2Q9iJbF