Mannheim

Nachruf Zweitälteste Mannheimerin stirbt mit 106

„Wir werden diese Frau nie vergessen“

Sie liebte die Gesellschaft, ging bis ins hohe Alter ohne Stock und mochte Veranstaltungen wie das Stadtfest – Erika Otto, die zweitälteste Mannheimerin, ist im Alter von 106 Jahren gestorben.

Otto wurde 1911 mit dem Mädchennamen Simon in Answalde in Pommern geboren. 1929 heiratete sie Gerhard Otto, gemeinsam bekamen sie acht Kinder. 1945 musste die Familie Pommern verlassen und wurde in Dänemark gefangen genommen. 1959 konnte ihr Mann fliehen und machte sich auf den Weg in Richtung Mannheim. Erika Otto folgte ihm ein Jahr später, die Kinder kamen 1951 nach.

Hochzeit des Enkels noch erlebt

Die Familie wohnte in der Innenstadt, dann auf der Schönau, später lebte Erika Otto mit ihrer Tochter gemeinsam in der Gartenstadt. Auch wenn sie noch Bilder von ihrer Heimat in Pommer aufgehängt hatte, sagte sie an ihrem 100. Geburtstag: „Mannheim ist jetzt meine Heimat, mein Zuhause.“ Sie sei zufrieden, obwohl ihr Leben nicht immer einfach war.

Am 12. Juni wäre sie 107 Jahre alt geworden. Für diesen Tag ist nun ihre Beerdigung geplant. Sie hat inzwischen 27 Enkel, 45 Urenkel und neun Ur-Ur-Enkel. Drei Tage bevor sie starb, heiratete einer ihrer Enkel, Sven Otto. Erika Otto mochte seine Frau, erzählt er. Sie soll ihm gesagt haben, dass sie warte, bis er heiratet. Das teilte der Enkel dem „MM“ über Facebook mit. Erika Otto sei es in der letzten Zeit immer schlechter gegangen, aber sie hat ihren Enkel und seine Frau am Tag der Hochzeit noch gesehen. „Wir werden diese Frau nie vergessen“, schrieb Sven Otto dem „MM“.