Mannheim

Kirche Erstes Frauengebet der Aktion „Maria 2.0“

„Wir wollen etwas Neues bauen“

Am Ende fassten sie sich an den Händen, umringten das Denkmal für die „Trümmerfrauen“ und beteten gemeinsam: Rund 20 Frauen versammelten sich auf dem Schillerplatz in B 3 erstmals zum „Donnerstagsgebet“. Es ist eine weitere Aktion von „Maria 2.0“, dem Bündnis für Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche, das künftig in Mannheim noch aktiver werden will (wir berichteten).

„Der Ort ist ein gutes Symbol“, meinte Gabriele Landler, Leiterin der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und Koordinatorin von „Maria 2.0“ in der Quadratestadt, mit Blick auf das 1995 aufgestellte Denkmal für die Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die zerbombte Stadt aufräumten. „Wir stehen ja auch vor den Trümmern unserer Kirche und wollen etwas Neues bauen, wo wir gut leben können und nicht weiter ausgegrenzt werden“, sagte Landler.

Hoffen auf Aufbruchstimmung

In – von den Teilnehmerinnen und auch einem Mann abwechselnd gelesenen – Gebeten baten sie um Kraft und Zuversicht, „einschneidende Veränderungen“ in der durch Missbrauchsskandale und Macht der Männer geprägten Kirche zu erreichen. „Das ist ein sinnvolles Anliegen. Ich denke, die Kirche muss sich einfach ändern“, meinte Anja Rigi-Luperti, eine der Teilnehmerinnen. „Es ist wichtig, dass Frauen sich bemerkbar machen“, ergänzte Marianne Rohde. „Gerade in dem Jahr, in dem Frauen vor 100 Jahren erstmals das Wahlrecht bekamen, ist es richtig, dass Frauen endlich auch in der Kirche auf ihre Rechte pochen“, erklärte sie. „Sehr notwendig“ findet Ilse Friedrich die „Maria 2.0“-Aktionen: „Wir brauchen eine Aufbruchstimmung in der Kirche“, meinte sie. Auf solch eine Aufbruchstimmung hofft auch Gabriele Landler. Im November plant sie noch einen Gottesdienst mit dem Titel „#nichtohneuns. Frauen bleiben dran“.

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