Mannheim

Hochstätt Nach Kellerbrand breitet sich Qualm im ganzen Haus aus / Großeinsatz für Rettungsdienste

Wohnhausbrand - Frau springt aus dem Fenster

Archivartikel

Mannheim.Dramatische Szenen spielen sich in der Nacht zum Sonntag auf der Hochstätt ab. Eigentlich ist es nur ein Kellerbrand, zu dem die Feuerwehr um 0.15 Uhr in die Rohrlachstraße gerufen wird. Doch da sich der Qualm gleich im gesamten Haus ausbreitet, müssen schnell viele Menschen aus den Wohnungen geholt werden. „Das war durchaus zeitkritisch“, so Ralph Rudolph vom Führungsdienst der Feuerwehr.

Gleich zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr rücken auf die Hochstätt aus, unterstützt von den Freiwilligen Feuerwehren Feudenheim und Seckenheim. Sofort stürmen mehrere Trupps unter Atemschutz in den völlig verrauchten vierstöckigen Wohnblock. Zugleich werden die Drehleitern ausgefahren, auf diesem Weg vier Mieter gerettet.

Einer Frau geht das alles nicht schnell genug, sie springt aus dem Fenster ihrer Wohnung im Erdgeschoss, zieht sich hierbei einen Bruch zu. Die 61-jährige Frau zählt zu den Personen, die der Rettungsdienst in Kliniken bringt. Ferner werden eine Mutter mit zwei Kindern im Alter von drei und sieben Jahren sowie ein weiterer Hausbewohner vorsorglich in Krankenhäuser gebracht. Doch schwer verletzt seien sie nicht, sondern es handle sich nur um „leichte Symptome einer Rauchgasvergiftung wie Kratzen im Hals oder Husten“, so Maren Schwerdtner, Einsatzleiterin Rettungsdienst in dieser Nacht.

Insgesamt sind 16 Patienten zu versorgen, bei den meisten reicht aber eine ambulante Behandlung vor Ort. Wegen der anfangs unklaren Lage steuert aber ein Großaufgebot die Hochstätt an. Zum Notarzt Mannheim-Süd kommen der Notarzt aus Schwetzingen und der Leitende Notarzt, zwei reguläre Rettungswagen werden durch zwei weitere Rettungswagen der Johanniter-Schnelleinsatzgruppe ergänzt.

Ehrenamtliche mobilisiert

Die Johanniter übernehmen zudem mit zwei Fahrzeugen die Betreuung der vielen Hausbewohner, die während der Löscharbeiten den Wohnblock verlassen müssen. Für die gibt es Getränke und – als das Wetter umschlägt, es in der zuvor schwülwarmen Nacht plötzlich regnet – auch ein Dach über dem Kopf. 18 Ehrenamtliche mobilisieren die Johanniter allein dazu in der Nacht.

Der Kellerbrand selbst ist aus Sicht der Feuerwehr schnell gelöscht. Was die insgesamt 44 Feuerwehrleute viel Zeit kostet, ist das Absuchen aller Wohnungen. Mit Hochleistungslüftern versuchen sie zudem, den Qualm aus dem Haus zu drücken. „Durch die starke Rauchausbreitung über den Treppenraum sind jedoch alle Wohnungen temporär nicht mehr bewohnbar“, so Rudolph. Daher kommen noch nachts Mitarbeiter der GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft an den Einsatzort. Ein Teil der Bewohner kann bei Bekannten untergebracht werden. Zwei Familien müssen ins Hotel – eine Familie fährt mit dem eigenen Auto, bei der anderen helfen die Johanniter. Der Schaden wird auf 80 000 Euro geschätzt. Zur Brandursache hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen.

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