Mannheim

Wort gehalten

Die Neckarstadt-West gehört zu den Ecken, die die Mannheimer lieber meiden. Das hatte die Sicherheitsbefragung der Stadt zuletzt ergeben. Das Unsicherheitsgefühl ist in Mannheims größtem Stadtteil am stärksten, hier klagen viele der Befragten über respektlosen Umgang und Belästigungen. Ältere trauen sich abends mitunter gar nicht mehr auf die Straße.

Überfällig also, dass sich Stadt und Polizei gemeinsam mit engagierten Bürgern vorgenommen haben, das zu ändern. Erste kleinere Aktionen sind bereits erfolgt, anderes steht noch auf der umfassenden Agenda. Das Paket umfasst Maßnahmen zur Stadterneuerung (Beleuchtung, Aufwertung des Neckarvorlands, barrierefreier Umbau der Stadtteilbibliothek) genauso wie zur Sicherheit (Fortsetzung der Intensivbestreifung durch den Kommunalen Ordnungsdienst, mobile Ordnungswache, Sperrmüll-Sonderaktionen) oder zu sozialen Projekten (Jugendbüro im Bürgerhaus, Sommer in West, Runder Tisch für Gewerbetreibende). All dies nährt die Hoffnung, dass es die Kommune diesmal mit der Steuerungsgruppe auf höchster Ebene im Rathaus ernst meint und wirklich etwas zum Positiven bewegen will. Oberbürgermeister Kurz hatte vor einem Jahr versprochen, es müsse „mehr kommen als ein Schwimmen gegen den Strom“. Das Quartier brauche „schnelle Signale“. Er hat Wort gehalten.

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