Mannheim

Umfrage Drei Viertel der Nutzer von Bussen und Bahnen sind zufrieden mit dem Angebot

Wunsch nach mehr Zügen

Archivartikel

Mannheim.Sie hat sich „selbst ein bisschen gewundert“, gesteht Annette Mayer von der Forschungsgruppe Wahlen: Sehr gut angenommen wird der Öffentliche Personennahverkehr nach dem Urteil der Mannheimer beim jüngsten „MM-Bürgerbarometer“. Danach sind drei Viertel der Befragten zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit Bussen und Bahnen. Eine große Mehrheit befürwortet zudem den weiteren Ausbau.

Für das „MM“-Bürgerbarometer hatte die Forschungsgruppe Wahlen vom 7. bis 12. März 1052 bei der Kommunalwahl stimmberechtigte Mannheimer telefonisch befragt. „Gar nicht zufrieden“ sind danach nur drei Prozent – „ein extrem geringer Wert“, staunt Mayer, kennt sie doch auch „das Phänomen, das eigentlich immer über Bahnen gemeckert wird“. „Die können sich freuen über die Werte“, so die Wahlforscherin mit Blick auf die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV).

Eine mögliche Erklärung hat sie: Durch die Diskussion über Dieselfahrzeuge und Schadstoffbelastung in den Städten sei „der Nahverkehr positiv in den Fokus geraten“, das könne die Antworten beeinflusst haben. Wer ganz oft fahre, sei zu 78 Prozent zufrieden, die gelegentlichen Fahrgäste sogar zu 82 Prozent, seltene Nutzer noch zu 65 Prozent. „Also ist relativ unabhängig von der Nutzungshäufigkeit die Zufriedenheit auffallend hoch“, so Mayer. Eine Ausnahme gibt es: Schaut man sich die Auswertung nach Wohngebieten an, sind die Bewohner in Mannheims Norden und Nordosten nur sehr unterdurchschnittlich zufrieden. „Die fallen aus der Reihe“, so Mayer über die niedrigeren Werte. Auch bei jungen Frauen, laut Statistik die häufigsten Nutzer, gebe es öfter Kritik als beim Durchschnitt.

Generell zugenommen hat die Nutzung: Waren es beim „MM“-Bürgerbarometer im Oktober 2010 noch 26 Prozent der Befragten, die „drei- bis viermal die Woche und öfter“ in Busse oder Bahnen steigen, so stieg der Wert nun auf 28 Prozent. Auch die Zahl derer, die nur ein paar Mal pro Monat fahren, legte seither zu – um fünf Prozent.

„Große Einigkeit“ herrscht laut Mayer bei der Frage, ob der Nahverkehr mit Steuergeldern ausgebaut werden solle. „Dafür gibt es durchgängig bei allen Altersgruppen und sozialen Schichten große Unterstützung“, erklärt sie. Das sei allerdings auch „nicht überraschend, denn das hat mit der aktuellen Diesel-Diskussion und auch dem generell guten Image des Öffentlichen Nahverkehrs zu tun“, erläutert sie. Zudem sei die Frage allgemein formuliert – gehe es Umbaumaßnahmen vor der eigenen Haustür, könne das Ergebnis wieder anders aussehen. „Erwartbar hoch“ fällt für Mayer auch die Einschätzung aus, dass sich mit einem Ausbau die Zahl der Fahrgäste steigern lasse. „Es gibt eine hohe Zustimmung zum Ausbau – und zugleich die klare Annahme, dass das sinnvoll ist“, so die Wahlforscherin.

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