Mannheim

Bildung Lessing- Gymnasium bietet Workshops für Schüler an

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Archivartikel

„WhatsApp ist so wichtig wie atmen“, wirft Günter Oestringer vom Polizeipräsidium Mannheim in die Runde. Als Reaktion bekommt er in derselben Sekunde 30 Ja- Aussagen zu hören. Nach kurzer Stille folgen mehrere „eigentlich doch nicht“ aus verschiedenen Ecken des Klassensaals. Der Besuch von Oestringer am Lessing-Gymnasium in der Oststadt ist nicht spontan, sondern Teil des Medienparcours der Schule.

Das Gymnasium will dadurch mit Experten unterschiedlicher Institutionen Jugendliche über die verschiedenen Aspekte von Medien informieren und sensibilisieren. Andreas Breunig, stellvertretender Schulleiter des Lessing-Gymnasiums betont, dass Mediennutzung, gerade in der Pubertät, eine der wichtigsten Themen seien. „Deshalb ist der Medienparcours für unsere Schüler ein ergänzender und bereichernder Unterricht zugleich.“

Interaktion und Spaß

Jede Klasse der achten und neunten Jahrgangsstufe besuchte nacheinander alle fünf Workshops. Von Internetsucht, Recht und Gesetz im Internet über Jugendschutz, rechtsextreme Symbole erkennen und kreativer Einsatz von Smartphones und Apps waren alle wichtigen Schwerpunkte vertreten.

Warum diese Themen so aktuell sind, weiß Angela Kerstner, Kunstlehrerin der achten Klasse: „Das ist eben genau die Art und Weise, in der Jugendliche heutzutage miteinander kommunizieren.“ Die Freude bei den Gymnasiasten war besonders groß. Für die meisten Schüler war es nach längerem mal wieder ein Aufstehen ohne genervten Blick auf den störenden Wecker. Stattdessen konnte man ein wenig Motivation und ein leichtes Schmunzeln in den Gesichtern erkennen. „Die Workshops machen Spaß, weil sie interessant sind und es dabei ganz allein um uns geht“, berichtete Achtklässlerin Vaia.

Polizist Günter Oestringer informiert die Jugendlichen in seinem Workshop über rechtliche Aspekte des Internets. Er möchte auf die Gefahren bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken aufmerksam machen. Die Inhalte seines Vortrages sorgen für Empörung, große Augen und anfangs ein Stück weit Ungläubigkeit. „Mit nur 500 Likes kann Facebook mich besser beurteilen, als ich mich selbst“, sagt der Experte. Damit hätte nun keiner in der Runde gerechnet, und für die Schüler ist es umso erschreckender, da die meisten von ihnen Soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram ohne Bedenken täglich nutzen. Einige Gymnasiasten erklären daraufhin, dass sie nun verstärkt darauf achten möchten, was sie von ihrem Leben in der Öffentlichkeit preisgeben.

Neben informativen Inhalten bot der Parcours zur Abwechslung auch Spiele rund um die Mediennutzung. Diese sorgten immer wieder für kleine Lacher. Durch die Interaktion zwischen Experten und Schülern konnte das Schweigen aufgebrochen und spannende Projekte bearbeitet werden. So zum Beispiel im Workshop „Kreativer Einsatz von Smartphones und Apps“. Hier durften die Schüler in Kleingruppen per App Plakate oder Videos erstellen, die für ihre Klassenkameraden das Thema nahebringen. eaw

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