Mannheim

Kirche Dekan Jung zieht Bilanz für die Katholiken

Zahl der Austritte steigt

Archivartikel

Die Zahl der Kirchenaustritte in Mannheim ist erneut gestiegen. 1353 der mehr als 100 000 Katholiken des Dekanats sind 2019 ausgetreten, 2018 waren es 1115. Diese Zahl nannte Dekan Karl Jung im festlichen Jahresabschlussgottesdienst in der Jesuitenkirche – der allerdings so stark besucht war, dass die gedruckten Liedblätter nicht reichten. Ein Projektchor mit Mitgliedern von Chören aus dem gesamten Dekanat unter Leitung von Alexander Niehues, Blechbläser und Organist Tobias Breitner führten die Missa brevis von Christopher Tambling auf.

Bei den evangelischen Christen gibt es einen vergleichbaren Jahresabschluss für das gesamte Dekanat nicht. Für die Katholiken nennt Jung immer zu Silvester Zahlen. Demnach wurden im Vorjahr 515 Kinder katholisch getauft (2018 waren es 662), 156 Paare wurden getraut (204), 719 Gläubige katholisch bestattet (775) und es gab 27 Neueintritte nach 36 im Vorjahr.

Pfarrgemeinderatswahl im März

Jung kritisierte erneut die „erdrückenden Erfahrungen des Missbrauchs“ von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche. Als „sehr ermutigend“ wertete der Dekan dagegen die Teilnahme am ökumenischen Europäischen Jugendtreffen der Communauté von Taizé in Breslau, wo er kurz vor dem Jahreswechsel mit sieben Pilgern aus der Kirchengemeinde Mannheim-Nord drei Tage verbrachte. Zugleich rief er „alle Getauften“ ausdrücklich auf, die Kirche nicht nur zu kritisieren, sondern mitzugestalten – sei es als Kandidat bei der im März anstehenden Wahl der neuen Pfarrgemeinderäte oder beim Zukunftsprozess Kirchenentwicklung Mannheim, der „weiter Fahrt aufnehmen“ werde, so der Dekan. pwr

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