Mannheim

Auto-Protzer Ermittler ziehen positive Bilanz

Zahl der Beschwerdenhalbiert

Archivartikel

Die Bilanz der Ermittlungsgruppe „Poser“, die gegen die Halter von zu lauten Fahrzeugen vorgeht, fällt positiv aus: Die Beamten haben in den sechs Monaten dieses Jahres 328 Mitteilungen lärmgeplagter Anwohner erhalten. 2016 waren es innerhalb von zwei Monaten 553 Beschwerden, 2017 in sechs Monaten 650. „Das ist eine Halbierung der Beschwerden“ freut sich Dieter Schäfer, der Chef der Verkehrspolizei. Am vergangenen Wochenende hatten Polizeihauptkommissar Michael Schwenk und seine vier Kollegen den vorerst letzten Einsatz.

Die Verkehrspolizei werde das Lagebild zu der Protzer-Szene auch über das Winterhalbjahr fortschreiben. Beschwerden von Bürgern würden den Angaben zufolge weiterhin unter der E-Mailadresse (mannheim.vd@polizei.bwl.de) entgegengenommen. „Das Phänomen ist nur eingedämmt und nicht beseitigt“ sagt Schäfer und kündigt auch für 2019 Maßnahmen an.

An 79 Kontrolltagen in diesem Jahr hatte die Polizei 1006 Fahrzeuge überprüft. 81 Fahrzeuge wurden aus dem Verkehr gezogen und entstempelt. Bei 68 war ein Lärmgutachten auf Kosten des Halters erforderlich. Darüber hinaus wurden 215 Mängelberichtsverfahren zur Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Fahrzeugzustandes eingeleitet. Es wurden 206 Verwarnungen erteilt, 69 davon wegen unnötigen Lärms.

Empfang beim Oberbürgermeister

Bei den Kontrollen wurden auch 16 Straftaten festgestellt, darunter zwei Drogen- und drei Trunkenheitsfahrten. Schäfer: „Immerhin ein positiver Aspekt, der sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet hatte – Drogen und Alkohol gehen mit Posen nicht zusammen. Und auch mit illegalen Autorennen hatten wir in dieser Saison nichts zu tun.“

Besonders erfreut sei der Verkehrspolizeichef über das überregionale Medienecho der Maßnahmen. Auch der Empfang der Ermittlungsgruppe bei Oberbürgermeister Peter Kurz am 20. September zeige viel Anerkennung.

Als Mannheimer Erfolg wertet Schäfer auch die Bekanntgabe des Bundesministeriums für Verkehr im Verkehrsblatt 5/2018, dass ab sofort sogenannte Soundgeneratoren im Nachrüstbereich keine Bauteil-Genehmigung mehr erhalten und mögliche Änderungen an der Steuerung für Auspuffklappen eingeschränkt wurden.