Mannheim

Forstwirtschaft Im Stadt- und Staatswald wurde der Großteil der beschädigten Kiefernbestände bereits im vergangenen Winter gefällt

Zedern und Eichen – Zukunftsprojekt Klimawald

Den großen Kahlschlag in ihren stark geschädigten Kiefernbeständen mit rund 2000 Festmetern im Käfertaler Wald und weiteren 500 Festmetern Kiefernholz im Dossenwald/Rheinauer Wald hat die städtische und staatliche Forstverwaltung bereits im vergangenen Jahr hinter sich gebracht. In diesem Jahr stehen deswegen keine außerordentlichen Holzfällungen an.

Wie Rathaus-Sprecher Philipp Söker auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilte, beläuft sich die Menge der im Winter 2019/20 vorgesehenen Fällungen auf rund 300 Festmeter Holz verschiedener Baumarten im Käfertaler Wald und auf weitere 300 Festmeter abgestorbener Kiefern an Straßen, in der Nähe von Bebauungen und Erholungseinrichtungen. Nach Angaben der Forstverwaltung werden in den Mannheimer Wäldern auf einer Gesamtfläche von etwa 1800 Hektar (ein Hektar entspricht knapp eineinhalb Fußballfeldern) im Schnitt 5000 Festmeter Holz aus den unterschiedlichsten Gründen entnommen – eher selten als groß angelegte Kahlschläge wie vor einem Jahr. Die Holzernte ist vielmehr ein normaler Aspekt der Forstwirtschaft.

Neben der Stadt, der rund 1425 Hektar der Waldfläche gehören, sind das Land Baden-Württemberg (250 Hektar) und die Kirche (111 Hektar) und einige kleine Private Waldbesitzer. Insgesamt wird die Anzahl der Bäume in den Stadtwäldern, zu denen auch Waldpark und Reißinsel zählen, auf etwa eine Million Stück geschätzt, das Forstamt legt bei dieser Schätzung Bäume ab einem Durchmesser von sieben Zentimetern zugrunde. Allein im Käfertaler Wald wird die Anzahl der Kiefern auf insgesamt 333 000 Stück geschätzt.

Nachhaltige Bewirtschaftung

„Wichtig ist hier die Nachhaltigkeit“ heißt es auf der städtischen Internetseite zu diesem Thema. Es werde immer nur so viel Holz entnommen wie im gleichen Zeitraum nachwachse. Besonders gefragt sei dabei Brennholz für den Eigenbedarf. Die Holzproduktion sei aber nachrangig, die Erholungs- und Umweltschutzfunktionen des Waldes „stehen in Mannheim deutlich im Vordergrund.“

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wurden im vergangenen Jahr an die 6000 Bäume verschiedener, widerstandsfähiger Arten gepflanzt – unter dem Titel „Klimawald“ wird hier ausprobiert, welche Baumarten mit den veränderten klimatischen Bedingungen am besten zurechtkommen.

Atlas-Zedern aus Nordafrika, wie sie Revierförster Norbert Krotz beispielsweise im Rheinauer Wald gesetzt hat, hätten bereits „vielversprechende Ergebnisse“ gebracht. Experimentiert wird auch mit Korkeichen, Ahorn, Kastanien und Wildkirschen.

Zum Thema