Mannheim

Bildung Sechstklässler des Lilo qualifizieren sich für die Finalrunde der Kika-Sendung „beste Klasse Deutschlands“

Zeitreise mit Liselotte von der Pfalz

Archivartikel

Verwirrt steht sie vor dem Liselotte-Gymnasium in der Oststadt. Sie fragt sich angesichts der Autos, „was das alles für komische Blechbüchsen sind, die da auf der Straße rumstehen und sich nicht bewegen“. Sie sucht den Kutscher, der sie zu ihrer Hochzeit bringen soll. Und sie weiß nicht einmal, was eine Schule ist. Die Rede ist von Liselotte von der Pfalz – die durch ein „Raumzeitloch“ 349 Jahre in die Zukunft gefallen ist.

Hinter der cleveren Idee, ihre Schule auf diese Art und Weise vorzustellen, stehen die Liselotte-Gymnasiasten der 6b von Lehrer Holger Andreas. Entstanden ist ein gut dreineinhalb Minuten langes Video, das Schüler zum Kinderkanal der ARD schickten, um zur „besten Klasse Deutschlands“ gekürt zu werden.

Aufzeichnungstermin noch offen

Unter „Hunderten tollen Bewerbungen“, so die Fernsehredaktion in einem Anschreiben, habe man die Klasse des Lilo für die Endrunde ausgewählt, die sich in Viertel-, Halbfinale und Finale gliedert. Wann, wo und unter welchen Umständen das Ganze stattfindet, ist allerdings offen – wegen der Corona-Pandemie. Üblicherweise wären die Schüler im März zum Fernsehstudio gereist, in den beiden Wochen vor den Osterferien 2021. Aber die Aufzeichnung, so Holger Andreas, sei verschoben worden. Er rechnet mit einem Termin auf jeden Fall im nächsten Jahr.

Die Idee zur Bewerbung hätten die Schüler selbst im September, zu Beginn des neuen Schuljahrs, gehabt, berichtet der Lehrer: „Aber ein wenig bereitete es allen dann doch Kopfzerbrechen, wie man das alles im laufenden Schulbetrieb hinbekommen sollte.“ Schließlich musste das Bewerbungsvideo neben der Vorstellung von Klasse und Schule auch den Blick auf die Stadt Mannheim richten. Mit großem Zeitaufwand setzten sie ihre Idee um.

Eine Schülerin entwarf ein Filmskript, in dem die 6b als sympathische und lebhafte Gruppe dargestellt wurde. Aber gleichzeitig geisterte in den Köpfen der Kinder die aus ihrer Zeit gefallene Liselotte von der Pfalz – Namensgeberin des Gymnasiums – herum. Im Film heißt es dann: „Eines Tages stand eine Frau, die aus einer anderen Zeit schien, vor uns und wirkte sehr verwirrt.“

So entstand der Plot, in dem die Klasse der Adligen am Ende in ihr Jahrhundert zurückhilft und ihr damit die Hochzeit ermöglicht. „Wenn wir beste Klasse Deutschlands sein wollen, darf so ein Zeitsprung für uns kein Problem darstellen“, sagen die Schüler im Film. Sie tauschen ihre Ideen – ganz Corona angepasst – über das Internet aus und brauen schließlich einen Trank, der Liselotte erlöst. Unterlegt sind Teile des Videos mit Musik von Domenico Scarlatti, der Sonate in E-Dur. Schließlich ging die lang ersehnte Zusage für die Fernsehaufzeichnungen aus Erfurt ein, so Andreas: „Das hat dann doch alle überrascht und begeistert.“

Info: Das Video der 6b am Lilo ist unter www.bit.ly/34BECJt zu sehen

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