Mannheim

Gesundheit Viele Besucher im neuen Forschungszentrum

ZI eröffnet Labore

Archivartikel

Andreas Meyer-Lindenberg ist eine Frohnatur. Das weiß jeder, der ihn kennt. Bei der Eröffnung des Forschungszentrums ZIPP zeigt der Leiter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) das auch – und zwar vor großem Publikum. Doch sein Blick lässt auch ein wenig Anspannung erkennen. Als sich die Sitze des Anna-Reiß-Saals im Weltkulturen-Museum (Reiss-Engelhorn-Museen) füllen, läuft der Psychiater hin und her. Schüttelt Hände, lässt seinen Blick über die Sitze wandern – und reibt sich die Handflächen. Als wolle er sich beruhigen.

Wissenschaft und Behandlung

Ein neues Forschungszentrum eröffnen zu können, so Meyer-Lindenberg, komme nicht oft vor. Weder in der Forschung selbst, noch in einem Institut, wie dem ZI. „Dass wir neue Wege gehen, ist wichtig für die Forschung und für die zielgerichtete Behandlung erkrankter Menschen.“ Das ZIPP – Zentrum für Innovative Psychiatrie- und Psychotherapieforschung – vereint die Forschung mit der Therapie. Gleichzeitig sind vier Disziplinen der Wissenschaft im Zentrum vereint (wir berichteten).

Dass dies einzigartig ist, sagt auch Michael Meister, der Bergsträßer CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Das ZI stünde schon immer für vorbildliche interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Aber darauf ruhen sie sich nicht aus, sondern sie haben es sich zum Ziel gesetzt, noch besser zu werden.

Doch selbst an diesem positiven Anlass bleibt die negative Seite nicht unbeachtet. Die Landesministerin für Bildung und Forschung, Theresia Bauer (Grüne), spricht die Heidelberger Bluttestaffäre an. Forscher des Uniklinikums Heidelberg machten im Februar wegen eines nicht fundierten Brustkrebstests Schlagzeilen. Die Wissenschaft sei in ein schlechtes Licht gerückt worden. Man müsse Vertrauen zurückgewinnen, so Bauer. Und das Potenzial, das in dieser Region stecke, durch Kooperationen wieder stärken.

Für dieses Projekt musste das ZI 56 Millionen Euro aufbringen. Fördermittel kamen von Land und Bund. Ziel ist es, individuelle Behandlungen für psychisch kranke Menschen zu entwickeln.

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