Mannheim

Bildung Ausschuss schafft sechs weitere Sozialarbeiter-Stellen / Kontinuierlicher Ausbau bis 2025

Ziel: Versorgung aller Schulen

Archivartikel

Einen großen Schritt nach vorne machen möchte Mannheim nach den Sommerferien bei der Versorgung der Schulen mit Sozialarbeitern. Aktiv sind die Fachkräfte, die das Lehrerkollegium unterstützen, derzeit an 38 von 81 öffentlichen Schulen. Ab Spätsommer sollen 45 Schulen über ein entsprechendes Unterstützungsangebot verfügen. Das entschied der Bildungsausschuss des Gemeinderats in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig.

Geschaffen werden sechs „Vollzeitkapazitäten“ (VK), im Grunde also ganze Stellen, die aber aufgesplittet werden. Zum einen auf Schulen, die bisher noch über keinen Sozialarbeiter verfügen. Zum anderen erfolgt ein Ausbau dort, wo bereits Stellen vorhanden sind. Erklärtes Ziel des Gemeinderats ist es, dass bis Ende 2025 an allen Schulen Sozialarbeiter eingesetzt werden. Dafür sprachen sich die Stadträte in den Haushaltsberatungen Ende des vergangenen Jahres aus.

Mannheim das Schlusslicht

Nach wie vor hinkt Mannheim bei der Versorgung mit Schulsozialarbeit weit hinterher: Im Vergleich mit vielen anderen Kommunen bildet die Quadratestadt das Schlusslicht. Das legte vor eineinhalb Jahren eine Statistik des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) offen. Er berechnete die Sozialarbeiterstellen auf je tausend Schüler. Mannheim lag ganz hinten, und mit 0,79 auch weit unter dem Landesdurchschnitt (1,3). Spitzenreiter Freiburg kam auf 2,64, Heidelberg auf 1,65. Dort sind bereits seit 2015 flächendeckend alle Schulen versorgt – auch die Gymnasien, die bislang in Mannheim fast komplett leer ausgehen.

So kam es nicht von ungefähr, dass der Mannheimer Gesamtelternbeirat (GEB) im Vorfeld der Kommunalwahl 2019 ebenfalls einen flächendeckenden Ausbau forderte – und zwar sofort in einem Schritt. Dem folgten die Kommunalpolitiker zwar nicht, stellten aber stattdessen immerhin einen „Sechs-Jahres-Plan“ auf.

Durch den Beschluss des Bildungsausschusses bekommen nach den Ferien erstmals Albrecht-Dürer-Grund- und Förderschule, Pestalozzi- und Pfingstberg-Grundschule sowie Rheinau-Förderschule halbe und das Johanna-Geissmar-Gymnasium 0,75 Sozialarbeiterstellen zugeteilt. An der Waldschule wurde bisher der Werkrealbereich mit 0,75 versorgt, hinzu kommt jetzt noch eine halbe Stelle für den Realbereich.

Aufstocken will die Stadt an den Grundschulen Franklin, Friedrich-Ebert, Humboldt, Schönau und Waldhof um 0,25 auf jeweils 0,75 Stellen, an der Uhlandschule von 0,75 auf 1,5 Stellen sowie an der Humboldt-Werkrealschule um 0,25 auf eine ganze Stelle.

Insgesamt hält die Stadt derzeit 38 „Vollzeitkapazitäten“ vor, die sich auf 45 Personen verteilen. Hinzu kommt eine flexible „Eingreifreserve“ von 2,25 Stellen, die an verschiedenen Schulen eingesetzt werden kann. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 1,54 Millionen, in den nächsten vier Jahren steigt dieser Betrag voraussichtlich um gut 700 000 Euro.

Im Jahr 2021 sollen weitere sechs Vollzeitstellen geschaffen werden. Für die Schuljahre 2022/23 bis 2025/26 ist in Planung, dass jeweils 4,5 Vollzeitkapazitäten hinzukommen werden.

Zum Thema