Mannheim

Tierheim Rund 1500 Besucher beim Tag der offenen Tür

„Zuhause können wir nicht ersetzen“

Es regnet sprichwörtlich Hunde und Katzen am Tag der offenen Tür des Tierheims Mannheim. Laut Herbert Rückert, dem Tierheim-Chef, besuchten über den Tag verteilt rund 1500 Tierliebhaber das Heim auf der Friesenheimer Insel. „Normalerweise sind es mehr als 5000“, sagte Rückert auf Anfrage. Das Wetter sei schuld an der niedrigen Zahl.

Kinder springen in Gummistiefeln in die Pfützen, Menschen mit Regenschirmen bahnen sich ihren Weg durch den Schlamm und zaubern Farbtupfer in den grauen Tag. Im Tierheim finden Gäste alles, von der Hundeleine bis zum Katzenfutter. Wer genau hinhört, kann schon das Gebell des beliebtesten Haustiers der Deutschen vernehmen.

Babykater verzückt Gäste

Manuela Habermann ist Hundetrainerin und sorgt dafür, dass es ihren Schützlingen gut geht: „Wir wollen ja nicht, dass jemand seinen Finger in den Zwinger steckt oder die Hunde ärgert“, lächelt sie. Dascha und Pascha, zwei Kangal-Hirtenhunde, sind schon seit November 2018 im Tierheim. „Diese beiden vermitteln wir nur zu zweit, weil sie sich so gut verstehen“, erklärt Habermann. Das mache die Suche nach neuen Besitzern schwierig. Trotzdem: Vermittelte Hunde vermisst sie nicht. „Ich bin froh, wenn sie eine neue Heimat finden. Ein echtes Zuhause könnten wir nie ersetzen“, meint sie. Ganz anders geht es Elena (18), die hier ein Freiwilliges Soziales Jahr macht. „Man darf sich auf keinen Fall in ein Tier verlieben, weil die dann manchmal schneller weg sind, als man will“, sagt sie.

Besonders Babykater Jerry, der noch etwas unbeholfen in seinem Gehege herumtappst, hat es vielen Besuchern angetan. „Den will ich mitnehmen“, strahlt Sophia (7), die mit ihrer Mutter hier ist. Auch Daniel (12) ist begeistert: „Wir haben kein Haustier, und Katzen gehören zu meinen Lieblingstieren.“

Direkt mitnehmen darf man die Vierbeiner nicht. „Das wäre zu viel Stress für die Tiere“, erklärt Sebastian Rückert vom Tierheim. Zudem müsse sichergestellt sein, dass der neue Besitzer weiß, worauf er sich einlässt. „Gerade bei Reptilien ist die Neugier groß, aber der Halter sollte sich auch auskennen“, erklärt er. Viele Tiere werden aus Überforderung ausgesetzt oder müssen beschlagnahmt werden. (mit jor)

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

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