Mannheim

Fahndung Die Zwölfjährige noch immer vermisst / Polizei: Beinahe täglich verschwinden Jugendliche kurzzeitig aus Heimen

Zunächst „Ermittlungen im Hintergrund“

Archivartikel

Die Polizei sucht noch immer nach der vermissten Zwölfjährigen, die am 15. August aus einem Kinderheim auf der Rheinau verschwunden ist. Die Polizei sei erst knapp zwei Wochen später mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit gegangen, weil man zunächst „umfangreiche Ermittlungen im Hintergrund“ eingeleitet habe, so Polizeisprecher Christoph Kunkel.

Erst nachdem diese Ansätze im familiären und Freundes-Umfeld des Mädchens und in sozialen Medien nicht gefruchtet hätten, habe man zu dem Mittel der Öffentlichkeitsfahndung gegriffen. Es kommt laut Kunkel „beinahe täglich vor“, dass Jugendliche aus Kinderheimen kurzzeitig abgängig sind. In aller Regel kehrten die Jungs oder Mädchen „in ein bis zwei Tagen“ aber wieder zurück nach Hause.

Nichtsdestotrotz leite die Polizei sofort nach der Vermisstenmeldung entsprechende Schritte ein: „Die Kinder werden zur Aufenthaltsermittlung und zur Gewahrsamnahme ausgeschrieben.“ Polizeidienststellen werden dann mit Personenbeschreibungen und Details zum Fall versorgt, bei den Dienstbesprechungen werden die Beamten informiert und suchen bekannte Aufenthaltsorte ab. „Diese Ausschreibungen sind landesweit“, erklärt der Polizeihauptkommissar, „erwischt man die Vermissten etwa beim Schwarzfahren, können sie beim Abgleich mit den Daten identifiziert und nach Hause gebracht werden“.

Sollte der Polizei bekannt werden, dass bei einem vermissten Jugendlichen eine Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben sei, reagiere man mit umfassenden und groß angelegten Maßnahmen, bei denen dann etwa auch Suchmannschaften oder speziell ausgebildete Spürhunde, so genannte „Man-Trailer“, eingesetzt würden. Im Falle des Mädchens gebe es nach wie vor keine Anhaltspunkte, dass das Kind Opfer einer Straftat geworden sein könnte.

Die Ermittler erhoffen sich nun Hinweise aus der Bevölkerung zu ihrem Aufenthaltsort.

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