Mannheim

Soziales Jugendverbände präsentieren sich auf dem Paradeplatz – in einer Diskussion mit Politikern kritisieren sie ihre Finanzlage

Zuschüsse „hinken Entwicklung hinterher“

„Das hat Spaß gemacht“, sagt Malaika. Die Neunjährige ist begeistert vom vielfältigen Spielangebot am Stand des CVJM. Die Brüder Samed (13) und Kubilay (11) hingegen vertiefen sich beim DJK Steuben Feudenheim ins Schachspiel. Der gemeinsame Auftritt der verschiedenen Jugendverbände im Stadtjugendring Mannheim am Tag der Verbandsjugendarbeit am Samstag findet großen Zuspruch.

Die sehr informativ und optisch sehr ansehnliche Präsentation der Jugendverbände auf dem Paradeplatz stößt beim Publikum auf großes Interesse. Die verschiedenen Gruppen präsentieren sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunktaufgaben. Sie stellen dabei exemplarisch ihre Arbeit vor. Dabei wird deutlich, wie vielfältig das Angebot an Beteiligung, Bildung und Freizeitgestaltung ist. Genau das ist auch das Anliegen von Karin Heinelt, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings – „nämlich einmal im Jahr die Jugendverbandsarbeitsleistung ins Herz von Mannheim tragen, um zu zeigen, in wie vielen Bereichen wir aktiv sind“.

Das gesellschaftliche Engagement auch bei politischen Themen sei gerade in der jetzigen Zeit wichtig. „Dass die Demokratiekultur in der Jugendkultur Ausdruck findet, gelebt und gelernt wird“, möchte Heinelt. Das Spektrum der Mannheimer Jugendverbände reiche von Naturverbundenheit bei den Naturfreunden oder Pfadfindern über Hilfe bei Freiwilliger Feuerwehr oder DLRG, politischer Bildung bei den Falken bis hin zu den Freizeiten der verschiedenen Verbände.

Zustand der Hallenbäder moniert

Nicht zuletzt dafür aber brauchten sie Geld. Um das Thema Zuschussgewährung durch die Stadt dreht sich denn auch die Diskussion des Stadtjugendrings und seiner Verbände mit Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung. Denn diese hinkten der Entwicklung hinterher, machen Heinelt sowie die Vorsitzende des Stadtjugendrings, Elina Brustinova, und ihre Kollegen deutlich. Um die vielfältigen Aufgaben erfüllen und neue Verbände aufnehmen zu können, sei vor allem mehr Personal erforderlich. Aber auch Sachmittel seien sehr knapp. Gewünscht sei eine „dynamische Anpassung sowie eine Verstetigung der Arbeit statt befristeter Projekte“.

Thorben Klug von der DLRG weist auf den baulichen Zustand der Hallenbäder hin, Sanierungsarbeiten erschwerten die Arbeit. Stadtrat Ralf Eisenhauer (SPD) erwidert, er sehe den Bedarf – und weist auf die nächsten Haushaltsberatungen hin. Auch Stadträtin Kathrin Kölbl (FDP) verspricht Unterstützung: „Wer früh gute Erfahrungen sammelt, steht später gut im Leben“. Stadträtin Hanna Böhm (Linke) erklärt, sie unterstütze die Forderung nach einer Verstetigung. Dass nicht nur die Hallenbäder sanierungsbedürftig sind, sondern auch das Jugendkulturzentrum Forum, weiß Stadtrat Chris Rihm (CDU) noch aus seiner Jugendverbandsarbeit beim ASB.