Mannheim

Vororte Wassertürme in den Vororten sind sehr unterschiedlich genutzt – und nur wenige bewohnt

Zwischen Abriss und Museum

Archivartikel

Mindestens 20 gab es, nicht alle sind erhalten: Wassertürme in Mannheim. Meist wurden sie gebaut, um heutige Vororte Mannheims mit Wasser zu beliefern. Sie waren damals noch nicht eingemeindet, sondern selbstständige Dörfer, die für ihre immer stärker wachsende Zahl von Bürgern anstelle der bis dahin üblichen Brunnen wegen der besseren Hygiene eine eigene Wasserversorgung bauten. Und nur Hochbehälter garantieren im Flachland, wo es keine Gebirge und Staustufen gibt, einen gleichmäßigen Druck in den Leitungen. Sie können auch Verbrauchsspitzen ausgleichen, sie bei geringerer Nachfrage wieder füllen. Teils haben auch Industriebetriebe eigene Wassertürme errichtet, um sich vom öffentlichen Netz unabhängig zu machen oder weil es nicht den nötigen Druck beziehungsweise die zum Kühlen oder für ihre Produktion geforderte Menge bot.

So entstanden in Mannheim viele sehr unterschiedliche, aber meist sehr schmucke Industriebauten. Der von Rheinau, 1898 errichtet, wurde aber für einen Parkplatz des 1952 erbauten Benz-Werks 1976 abgerissen. Der Turm der „Schildkröt“ beherbergt Hausmeisterräume und Technikzentrale des Gewerbeparks, die Firma John Deere nutzt ihn als Archiv. Der Turm in Straßenheim ist bewohnt, der in Seckenheim wurde von Firma und Familie Lochbühler saniert – als einziges Aufzugsmuseum Europas. 

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