Meinung

Schneller wäre besser

 

Nach einem Feuer in ihrem Haus musste die Seckenheimer Familie Fuchs fast zwei Mo-nate in Pensionen leben – doch nun hat sie wieder eine richtige Wohnung. Das ist ohne Zweifel eine gute Nachricht. Und es freut auch uns vom „MM“, dass wir dazu beitragen konnten.

Denn es bedurfte eines Zeitungsberichtes, um der Familie schnell zu helfen. Bereits am Tag seines Erscheinens meldeten sich potenzielle Vermieter; mit einer Ladenburger Privatwohnung hat es dann ja auch geklappt.

Doch es bleiben Fragen an die Politik: Warum muss eine Familie aus Mannheim in Ladenburg unterkommen? Wie effektiv ist eine kommunale Wohnungspolitik in Mannheim, wenn es etwa einer Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBG) mit ihrem Bestand an Wohnungen nicht gelingen mag, sogar in einem solchen Härtefall ganz kurzfristig zu helfen?

Hinzu tritt die größere, die gesamtpolitische Dimension. Denn neben Hilfsangeboten erreichten die Redaktion auch Anrufe, die teils mit unschuldigem Unverständnis, teils populistisch inspiriert, die Frage aufwarfen, warum eine „einheimische“ Familie in Mannheim kein Obdach findet, dies bei Tausenden von Fremden aber gelingt.

Abgesehen davon, dass dies auch bei ihnen oft nur mühsam erfolgen kann, ist eine solche Argumentation ungerechtfertigt (und wurde daher von der betroffenen Familie selbst auch nie formuliert); doch sie steht im Raum, ja sie könnte von interessierter politischer Seite benutzt werden. Auch vor dem Hintergrund dieser sensiblen Gemengelage, von den Problemen der betroffenen Familie ganz zu schweigen, wäre ein schnelleres Handeln der Stadt wünschenswert gewesen.

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