Metropolregion

Warnung der Polizei

1487 statt 340 Euro für neues Türschloss in Rechnung gestellt

Archivartikel

Eine 65 Jahre alte Frau aus Brühl hat am Donnerstagabend eine überteuerte Rechnung eines Schlüsselnotdienstes ausgestellt bekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatte sie gegen 23.15 Uhr ein Unternehmen beauftragt, da sich ihre Wohnungstür nicht mehr öffnen ließ. Nach Einbau eines neuen Schlosses wurde anstatt der vereinbarten 340 Euro jedoch ein Betrag von 1487,74 Euro in der Rechnung verlangt. Einen Teil der Summe bezahlte die Frau sofort. Da ihr der Betrag zu teuer erschien, erstattete sie daraufhin Anzeige. Die Beamten der Kriminalpolizei ermitteln nun wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Wuchers und des Betrugs gegen das Unternehmen.

Die Polizei gibt aus diesem Anlass folgende Hinweise:

  • Zunächst gilt: bitte vorausschauend handeln!
  • Die Hinterlegung eines Zweitschlüssels bei einem Nachbarn oder bei Verwandten/Bekannten kann sinnvoll sein.
  • Am besten auch für den Fall der Fälle einen seriösen, ortsansässigen Schlüsseldienst aussuchen und sich dessen Erreichbarkeit im Handy speichern.

   Sollte man einen Schlüsseldienst benötigen:

  • Kühlen Kopf bewahren und nicht sofort den erstbesten Anbieter aus dem Branchenbuch oder der Telefonvermittlung anrufen. Zum Teil wird auch nur suggeriert, dass der Schlüsseldienst aus der Umgebung sei. Vorsicht ist geboten bei Firmen, die sich mit "AAA" in die ersten Zeilen der Branchenbücher eintragen lassen.
  • Ortsansässige Firmen bevorzugen, um die Fahrtkosten gering zu halten.
  • Den Anbieter fragen, woher der Monteur anfahren wird und möglichst noch vor der Auftragsvergabe einen Festpreis vereinbaren.
  • Genau definieren, was vor Ort gemacht werden soll. Gespräche am besten unter Zeugen führen.
  • Nicht unter Druck setzen lassen. Bei Drohungen (z.B. die Tür wieder zu verschließen) die Polizei unter Notruf 110 rufen und Nachbarn zu Hilfe bitten.
  • Nur den Rechnungsbetrag zahlen, der vereinbart wurde. Seriöse Anbieter stellen grundsätzlich eine Rechnung aus, die später überwiesen werden kann.
  • Entsteht der Eindruck, betrogen worden zu sein, wenden Sie sich an Ihre nächste Polizeidienststelle.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg unterhält einen Nachweis über sogenannte Errichterfirmen für mechanische Sicherungsreinrichtungen. Die aufgelisteten Firmen sind zertifiziert und werden von den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen empfohlen. Hier können auch Notdienste erfragt werden. Ein Faltblatt der Verbraucherzentrale und der Polizei zum Download gibt es hier. (dls)