Metropolregion

Eilanträge und fragwürdige Mottos

17 Kundgebungen in Kandel: Demos beschäftigen die Justiz

Archivartikel

Kandel.Die gestiegene Zahl von Demonstrationen in Kandel seit dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia Ende 2017 beschäftigt immer mehr die Justiz. Vor den 17 angemeldeten Kundgebungen am Samstag wies das Verwaltungsgericht einige Eilanträge zurück. Hintergrund war der Schritt der Kreisverwaltung, die Orte einiger Versammlungen zu verlegen, um Zusammenstöße in der südpfälzischen Verbandsgemeinde zu vermeiden. Dies wollten einige Organisatoren ändern. Vor kurzem hatte das Verwaltungsgericht bereits ein von der Kreisverwaltung erlassenes Versammlungsverbot gekippt.

Am Samstag nahmen der Polizei zufolge rund 500 Menschen an den Versammlungen teil. "Alle Versammlungen verliefen weitestgehend störungsfrei", teilten die zuständigen Behörden in Ludwigshafen mit. Es seien fünf Zwischenfälle registriert worden, darunter versuchte Körperverletzung und Sachbeschädigung. Es habe Farbbeutelwürfe auf Polizeibeamte gegeben. Die Polizei zeigte Präsenz, um die politisch teils gegensätzlich ausgerichteten Demonstranten auf Abstand zu halten.

Gruppen hatten Mahnwachen etwa unter dem Motto "Bafög für Katzen" oder "Volksbingo" sowie "Hoch die internationale Küchenqualität! Gegen Schnitzel und Kartoffelauflauf" angekündigt. Dies hatte in Behörden zu Kopfschütteln geführt. Auch aus Reihen der Sicherheitskräfte hieß es, die Situation sei mittlerweile "abstrus".

Vor zwei Monaten, am 3. September, hatte das Landgericht Landau den vermutlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling Abdul D. wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Mia in Kandel zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig.

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