Metropolregion

Alkoholkontrollen an Raststätten

37 Lkw-Fahrer unter Alkoholeinfluss – Spitzenreiter mit 3,5 Promille

Bei präventiven Alkoholkontrollen auf Raststätten an den Autobahnen A 5 und A 6 in der Region hat die Polizei am Sonntagabend kurz vor Ende des Sonntagsfahrverbots und vor Beginn der Weiterfahrt 474 Lkw-Fahrer überprüft und bei 37 von ihnen Alkoholeinfluss von mindestens 0,5 Promille festgestellt. 18 Fahrer waren mit Alkoholwerten von über einem Promille deutlich alkoholisiert.

Rhein-Neckar.Ein tschechischer Fahrer fiel den Beamten mit 2,9 Promille auf. Ein Rekordwert von 3,5 Promille wurde in der Atemluft eines polnischen Fahrers festgestellt. Als er am Montagmorgen gegen 9 Uhr weiterfahren wollte, ergab ein erneuter Alkoholtest noch immer einen Wert von über 1,7 Promille – seine Fahrt wird der Pole demnach voraussichtlich erst in der Nacht oder am nächsten Tag nach Erlangung der Nüchternheit fortsetzen können.

Ein LKW-Fahrer hatte um 22.10 Uhr knapp 1,5 Promille. Dieser zeigte sich aber offenbar unbeeindruckt von den polizeilichen Maßnahmen und trank weiter Alkohol. Bei einer Nachkontrolle um kurz nach 8 Uhr am Montagmorgen hatte er deshalb noch 1,4 Promille, sodass sich auch seine Weiterfahrt um einen Tag verzögern wird.

Allen alkoholisierten Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt und deren Führerschein, Fahrzeugschein und Frachtpapiere beschlagnahmt. Aufgrund der kalten Witterung überließen die Beamten ihnen die Fahrzeugschlüssel. Eine Nachkontrolle am Montagmorgen ergab noch bei sechs Fahrern zu hohe Promillewerte, weshalb diese nicht weiterfahren durften. Die beschlagnahmten Dokumente bleiben in polizeilicher Verwahrung, bis die betroffenen Fahrer wieder nüchtern sind.

Ein Fahrer verweigerte die Herausgabe jeglicher Dokumente – wohl aufgrund seines Alkoholwerts von 1,4 Promille. Um auch hier eine Weiterfahrt zu verhindern, wurde eine Sicherungskette an den Rädern angebracht. Der Mann konnte seine Fahrt um 8 Uhr fortsetzen – bei einem Alkoholtest war er bereits wieder fahrtüchtig.

Trunkenheitsfahrten verhindern

Die großangelegten Kontrollen wurden im letzten Jahr erstmalig durchgeführt und bestätigten die Annahme der Polizei, dass Lkw-Fahrer, die dem Sonntagsfahrverbot unterliegen, auf den Rasthöfen teilweise übermäßig viel Alkohol zu sich nehmen, wodurch die Gefahr einer Trunkenheitsfahrt erhöht wird. Dies soll durch die Präventivkontrollen verhindert werden. Am Sonntag kontrollierten daher wiederholt knapp 30 Beamte fünf Stunden lang rastende Lkw-Fahrer auf den Tank- und Rastanlagen Hardtwald-Ost und - West, Kraichgau-Nord und -Süd und Am Hockenheimring-Ost und West.

"Das Kontrollergebnis erhärtet die Annahme, dass sieben bis neun Prozent der osteuropäischen LKW-Fahrer sonntags vor Fahrtantritt alkoholisiert sind", so Polizeidirektor Dieter Schäfer, Chef der Verkehrspolizei Mannheim. "Der Europäische Verkehrssicherheitsrat berichtete bei seiner Sitzung im November 2018 in Den Haag, dass sogenannte Alkohol-Interlocks dazu beitragen, Rückfallquoten bei alkoholauffälligen Berufskraftfahrern zu verhindern. Alkoholschlösser sollten deshalb nach Erstauffälligkeit für den Betroffenen Pflicht werden. Das würde die Gefahr von Trunkenheitsunfällen deutlich reduzieren." Das Polizeipräsidium Mannheim kündigte an, die Kontrollmaßnahmen auch in diesem Jahr konsequent fortzusetzen.