Metropolregion

61-Jähriger zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Archivartikel

Frankenthal.Im Prozess gegen einen 61 Jahre alten Ludwigshafener, der seinen Mitbewohner in einer Obdachlosenunterkunft mit einem Messer angegriffen haben soll, hat die Hilfsstrafkammer des Schwurgerichts am Frankenthaler Landgericht eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung verhängt. Die Anklage war von versuchtem Mord ausgegangen.

Die Kammer gestand dem Angeklagten jedoch zu, vom Mordversuch zurückgetreten zu sein. Demnach habe er seinem auf dem Bett liegenden Mitbewohner einen Stich in den Bauch verpasst. Anschließend habe er die Möglichkeit gehabt, noch mehrfach zuzustechen, tat dies jedoch nicht. In einem Gerangel sei die zweite Verletzung am Arm des Opfers dann vermutlich aus einer Abwehrbewegung heraus entstanden.

"In der Verhandlung ist einiges im Dunkeln geblieben", sagte der Vorsitzende Karsten Sauermilch. Der Notruf des Opfers bei der Polizei spreche aber dafür, dass zumindest der erste Angriff so stattgefunden habe, wie von diesem geschildert.

Der Angeklagte hatte bis zuletzt gesagt, er sei attackiert worden und habe in Notwehr gehandelt. Während sein Verteidiger Klaus Robling deshalb einen Freispruch gefordert hatte, plädierte die Staatsanwaltschaft auf sieben Jahre Haft. Die Verteidiung hat bereits angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.

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