Metropolregion

75 Tonnen Kerosin über Rheinland-Pfalz abgelassen

Rheinland-Pfalz.Ein Flugzeug mit einem technischen Problem hat bereits am vergangenen am Freitag über Rheinland-Pfalz rund 75 Tonnen Treibstoff abgelassen. Es habe sich um eine Boeing 747 der Lufthansa gehandelt, sagte Christian Hoppe, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen am Mittwoch.

Die Maschine, die auf dem Weg von Frankfurt nach Orlando im US-Bundesstaat Florida gewesen sei, habe wegen Fahrwerksproblemen umkehren müssen. Um gefahrlos landen zu können, ließen die Piloten 75 Tonnen Kerosin über der Pfalz, dem Saarland, dem Hunsrück und der Eifel ab. Anders als bei Löschflugzeugen, wo das Kerosin auf einmal abgelassen wird, stoßen größere Flieger den Treibstoff über kleine Düsen aus. So werden etwa 1600 Kilo Treibstoff pro Minute ausgestoßen. Umstritten ist, wie viel Kerosin verdunstet und wie viel auf dem Boden aufkommt.

Der DFS-Sprecher wies darauf hin, dass es sich beim "Fuel Dumping" um ein Notverfahren handele, über das allein der Pilot entscheide. Die Flugsicherung weise ihm nur ein Gebiet zu, über dem er das Kerosin versprühen könne. Die DFS richte sich bei der Zuweisung eines geeigneten Ortes vor allem nach der Sicherheit anderer Flugverkehrsteilnehmer. Nach Möglichkeit werden Gebiete ausgewählt, die wenig oder nicht dicht besiedelt sind, erklärte der Pressesprecher.

Die Mindestflughöhe für den Ablass von Kerosin liegt bei 1830 Metern und wurde von der International Civil Aviation Organisation(ICAO) festgelegt. Der Treibstoffnotablass am Freitag fand in etwa 5 500 Metern Höhe statt.

Im vergangenen Mai hatte ein Flugzeug von Air Canada 54 Tonnen Kerosin über der Westpfalz abgelassen. 2016 wurden sechs Fälle von sogenanntem "Fuel Dumping" über Rheinland-Pfalz gezählt. Auf Antrag von Rheinland-Pfalz hat die Umweltministerkonferenz Anfang Mai die Bundesregierung zu einer erneuten Untersuchung des Umfangs und der Auswirkungen von "Fuel Dumping" aufgefordert. (cba/dpa)