Metropolregion

Ärger und Häme wegen Hochstraßen-Sperrung: „Das heißt noch mehr Stau“

Archivartikel

Mannheim.Die noch knapp vier Jahre dauernde Sperrung der für den Verkehr in der Rhein-Neckar-Region wichtigen Hochstraße Süd in Ludwigshafen hat in den Sozialen Medien eine Mischung aus Besorgnis und Häme ausgelöst. Auf der Facebook-Seite des „Mannheimer Morgen“ kommentierten bis zum Mittwochmittag  hunderte Nutzer die am Dienstag  bekanntgewordene Verlängerung der Sperrung.

Selma Demirbas schrieb beispielsweise: „Das heißt noch mehr Stau. Es gibt nämlich Menschen, die weder die Bahn noch das Fahrrad zur Arbeit nehmen können.“  Harald Bürckmann äußert sich in seinem Kommentar empört über die Sanierungspläne der Stadt Ludwigshafen. „Es ist unglaublich, was sich die Stadt leistet. Nein, keine Sanierung. Macht es richtig, sprengt das Ganze und fangt endlich an zu bauen“, schrieb er. Frank Kay hat ebenfalls wenig Verständnis für die Stadtverwaltung: „Was bitte dauert da drei Jahre? Bis die zuständigen Beamten mal in die Pötte kommen? Das Ganze ist unglaublich. Ums mal milde auszudrücken“, machte er seinem Ärger Luft.

„Jeder einigermaßen aufgeklärte Mensch weiß, dass Beton - wenn er ständig der Witterung ausgesetzt ist - korrodiert, aufplatzt, verwittert und seine Tragkraft verliert. Nur die LuHafener Tiefbauingenieure nicht“, zweifelte Dietrich Bitz an den Kompetenzen der städtischen Planer. „Echt klasse Planung. Hat sich denn bei der Planung des Projekt ‚Hochstraße Nord‘ keiner den Zustand der Ausweichstrecke ‚Hochstraße Süd‘ angeschaut?“, fragte Nutzerin Gabriele von Pidoll ungläubig.  Alexander Janus schlug vor: „Wie wäre es, wenn man statt der Hochstraße Nord, die Hochstraße Süd zur Stadtstraße umbauen würde. Dafür könnte man ja das schon gesammelte Geld dafür nutzen und man müsste auch nicht das halbe Rathauscenter abreißen.“

Vergleiche mit anderen schwierigen großen Bauprojekten zog in seinem Kommentar Michael Gabler: „Der Wettkampf beginnt, BER Berlin, Stuttgart 21 oder Hochstraße in Ludwigshafen wer hat die Nase vorn (Made in Germany).“ Auch Atti Szilágyi schaute auf den Berliner Großflughafen, dessen Eröffnungstermin wegen Baumängel immer wieder verschoben werden musste: „Wenn man heute anfängt ab zu reißen könnte man mit der Fertigstellung vorm Berliner Flughafen fertig sein.“

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Hochstraße Süd wegen gravierender Schäden vermutlich bis mindestens 2023 nicht befahrbar sei. Ohne weitere Maßnahmen könne die seit Ende August gesperrte Verbindung nicht freigegeben werden, sagte sie.

Brückenspezialisten analysieren derzeit, inwieweit die Statik der auf pilzförmigen Stützen ruhenden Hochstraße geschwächt ist. Die Sperrung sorgt längst über die Stadtgrenzen von Ludwigshafen hinaus für Aufregung. Die Süd-Trasse (B 37) gilt zusammen mit der maroden Hochstraße Nord (B 44) als wichtige Lebensader der Region. 

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