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Justiz Strafprozess gegen 44-jährigen Stiefvater / Vorwurf wegen sexueller Übergriffe über Zeitraum von drei Jahren

Angeklagter bestreitet Missbrauchsvorwürfe

Archivartikel

Frankenthal.Am Landgericht Frankenthal verhandelte die Große Strafkammer am Mittwoch einen Fall von schwerem sexuellen Missbrauch an Kindern. Der 44-jährige Angeklagte wird beschuldigt, sich an der Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin über einen Zeitraum von fast drei Jahren vergangen zu haben. Die Missbrauchsfälle fanden laut Anklageschrift bei dem 44-Jährigen zuhause statt. Sie sollen 2010 begonnen haben – unmittelbar nach der Trennung des Paares. Das damals zehnjährige Mädchen war auch anschließend regelmäßig bei dem Angeklagten zuhause. So verbrachte sie mit ihren Geschwistern die Tage nach der Trennung in dessen Wohnung. Damals soll der erste von mindestens 24 Übergriffen stattgefunden haben. Der Angeklagte soll das Mädchen gezwungen haben, ihn zu befriedigen, zu einem späteren Zeitpunkt unter anderem zu Oral- und Analverkehr. Das Mädchen erstattete schließlich bei der Polizei Anzeige. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Das Mädchen wolle sich rächen, da er sie nach der Trennung nicht zu sich nehmen konnte. Die Vorsitzende Richterin Iris Blankenhorn deutete an, dass sie darin kein schlüssiges Motiv sehe.

Strafrechtlich bereits bekannt

Der Angeklagte, der strafrechtlich bereits in Erscheinung getreten sei, gab an, momentan wohnungslos zu sein. Seinen Beruf als Kfz-Lackierer habe er nach der Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Er behauptete, sich „konsequent“ und größtenteils alleine um die Kinder seiner Freundin aus früherer Ehe und ein gemeinsames Kind gekümmert zu haben, während seine Lebensgefährtin „on tour“ gewesen sei. Auch als die Mutter mit ihrem neuen Partner auf Hochzeitsreise ging, seien „die Kinder vor der Türe gestanden“. Aus wohnungstechnischen Gründen hätte er mit den vier Kindern teils gemeinsam im Wohnzimmer auf Matratzen übernachtet. Die Vorsitzende Richterin Blankenhorn zitierte aus dem Gutachten eines psychiatrischen Klinikaufenthalts von Lars M., bei dem eine „emotionale Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ“ festgestellt worden sei. Im Verfahren wird auch die Schuldfähigkeit des Angeklagten geprüft.

Bei drei weiteren Termine des Schöffengerichts, die für Ende März angesetzt sind, sollen auch Zeugen zu Wort kommen. Im Prozess mitverhandelt wird zudem ein weiterer Vorwurf: der Verkauf von Betäubungsmitteln an eine Minderjährige.

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