Metropolregion

Speyer Havarie auf dem Rhein hat juristisches Nachspiel

Anklage gegen Lotsen erhoben

Archivartikel

Speyer.Nach einer heftigen Havarie im Dezember 2019 auf dem Rhein bei Speyer hat die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen einen Schiffslotsen Anklage wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs erhoben. Wie berichtet, waren bei dichtem Nebel ein Schweizer Flusskreuzfahrtschiff und ein Tanker zusammengestoßen, 32 Menschen wurden dabei verletzt.

Der Angeschuldigte war laut Anklagebehörde als Lotse auf dem Tanker für die Bestimmung des Kurses verantwortlich. Als das Kreuzfahrtschiff entgegenkam, soll es bei starkem Nebel und einer Sichtweite unter 100 Metern zwischen beiden Schiffen – die unter Radar fuhren – eine Absprache gegeben haben. Demnach hätte sich das zu diesem Zeitpunkt nahe dem pfälzischen Rheinufer fahrende Tankschiff in die Mitte des Fahrwassers begeben müssen, um dem entgegenkommenden Fahrgastkabinenschiff das Passieren zu ermöglichen.

Schaden von 600 000 Euro

„Der Angeschuldigte hat es jedoch unterlassen, den Kurs seines Schiffes zu ändern, so dass es gegen 22:15 Uhr zur Kollision kam“, berichtet ein Behördensprecher. Dem Fahrgastkabinenschiff sei ein Ausweichen bei Erkennen der Gefahr nicht mehr möglich gewesen. Der Schaden liege bei 600 000 Euro. Ein Prozesstermin vor dem Amtsgericht Mannheim steht noch nicht fest. 

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