Metropolregion

Raser-Prozess Verteidigung hält Kammer für befangen

Antrag angekündigt

Archivartikel

Darmstadt/Heppenheim.Ob der Prozess gegen den Autobahnraser, der den Tod einer 39 Jahre alten Frau aus Düsseldorf auf dem Gewissen haben soll, wie geplant in der nächsten Woche zu Ende geht, ist derzeit noch unklar. Die für Freitag vorgesehenen Plädoyers mussten verschoben werden. Verteidiger Sebastian Scharmer kündigte stattdessen an, am Montag einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Marc Euler beziehungsweise die Jugendkammer zu stellen. Grund könnte die Zurückweisung von zwei Beweisanträgen der Verteidiger sein. Die Kammer hatte die Anhörung von zwei weiteren Sachverständigen zu deren unfallanalytischem sowie psychologischen Gutachten über Reifeverzögerungen und Suizidgedankten des 18-jährigen Angeklagten abgelehnt.

Über einen Befangenheitsantrag muss ein anderer, am Verfahren unbeteiligter Richter am Landgericht Darmstadt entscheiden. Je nachdem kann der Prozess fortgesetzt werden, oder muss mit neuer Besetzung der Kammer neu aufgerollt werden – dann aber ohne Oberstaatsanwalt David Kirkpatrick. Dieser ist ab Montag in Urlaub und muss einen Stellvertreter entsenden. 

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