Metropolregion

Archäologie Rund 200 Jahre alte Gebeine knapp unter der Oberfläche eines Gehweges in Worms gefunden

Arbeiter stoßen auf alten Friedhof

Archivartikel

Worms.Bei Bauarbeiten rund um den Wormser Dom waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gräber gefunden worden. Jetzt sind Bauarbeiter im Gehweg vor dem Wormser Dom erneut fündig geworden. Sie stießen auf menschliche Knochen, die offenbar ebenfalls zu dem alten Friedhof gehören. Die Gebeine sind nach ersten Schätzungen der Fachleute erst rund 150 bis 200 Jahre alt.

Die Mitarbeiter der Landesarchäologie in Mainz legen nach Angaben der Stadt Worms die Funde weiter frei, fotografieren und dokumentieren sie. Danach würden die Knochen – soweit möglich – eingesammelt und eingelagert. „Wir waren überrascht, die Gebeine in dieser Höhe aufzufinden. Die Arbeiter haben lediglich 35 Zentimeter abgetragen“, sagte der Wormser Baudezernent Uwe Franz.

Deshalb könne der Gehweg nun nicht wie geplant hergestellt werden, der Pflasterbelag und Unterbau müssten entsprechend angepasst werden, informierte die Stadt. Die Funde verzögerten zudem die Maßnahme: Die ursprünglich geplante Bauzeit von dreieinhalb Wochen werde vermutlich zwei Wochen länger dauern. „Wir müssen nun die weiteren Arbeiten mit den Archäologen abstimmen“, so Franz.

Die Baustelle ist 600 Quadratmeter groß. Geplant ist, den alten Plattenbelag durch ein Betonrechteckpflaster zu ersetzen. Die Bushaltebucht soll zu einer barrierefreien Bushaltestelle umgebaut werden. Abschließend soll der Gehweg an die neue Treppenanlage zum Domvorplatz angeschlossen werden.

Die Bauarbeiten stehen im Zusammenhang mit der Neuanlage des Geländes vor dem Südportal des Doms. Bei Grabungsarbeiten war unter anderem ein frühchristliches Taufbecken aus dem sechsten Jahrhundert entdeckt worden. sal/bjz